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Willkommen im Club Filip Minarik

August 20, 2010 by  

Sektdusche fuer Filip Minarik by Frank Sorgeturfcast.net – Es gibt einen Club, in den man nicht so einfach hineinkommt wie in facebook. Keine Empfehlung hilft, keine Mutprobe und keine Freundschaftswerbung. Man muss es ganz alleine schaffen in den Club Eintausend, dafür fallen keine Mitgliedsbeiträge oder Eintrittsgebühren an. Ein elitärer Zirkel von außerordentlichen Sportlern, die ein besonderes Händchen für den Umgang mit dem edlen Vollblut haben, tummelt sich in diesem Club.

Am Sonntag, den 15.08.2010 um ca. 14:47 Uhr bekam dieser Club, der bislang nur Herren in seiner Mitgliederliste aufzählt, ein neues Mitglied – Filip Minarik (Foto), erster und bislang einziger Tscheche im Club 1000 – mit einer Ausbildung als Pferdewirt Schwerpunkt Rennreiten. Minarik ritt am vergangenen Sonntag auf The Desert Saint in Köln seinen 1.000 Sieger. Er ist ein Jockey der in Deutschland zu den Elitereitern gehört. Seit über 10 Jahren ist er am Rennstall des Pferdewirtschaftsmeisters Peter Schiergen tätig und er betont immer wieder, dass es der beste Job in der Republik ist. Schiergen selbst ist übrigens gleich zweifaches Mitglied im Club Eintausend. Seinen Namen findet man bei den nun 31 Jockeys die über 1.000 Siege im Rennsattel erreicht haben und in der Abteilung Trainer zu finden. Insgesamt 23 Mitglieder führt der Trainerclub 1000.

Filip Minarik der auch zu den emotionalen Reitern in seiner Branche zählt, genoss die obligatorische Champagnerdusche, die sein Rennreiterkollege Eduardo Pedroza organisiert hatte, mit offenen Armen. Minarik spricht aus was er denkt, auch wenn er sich dadurch manchmal alles andere als beliebt macht.

Seinen ersten Sieger ritt der gebürtige Tscheche kurz nach seinem 16. Geburtstag am 07.04.1991 in Prag. Bis zu seinem Wechsel im Jahr 1996 nach Deutschland, passierte er in seiner Heimat 52 mal den Zielspiegel als Erster. In seinem ersten Jahr in Deutschland waren es magere neun Siege die am Jahresende in der Statistik standen. Seinen endgültigen Durchbruch in Deutschland hatte der hellblonde Jockey im Millennium-Jahr 2000, er ritt in diesem Jahr 100 Vollblüter zum Sieg. 2005 holte der fleißige Minarik mit 110 Siegritten das Championat der deutschen Jockeys.

Unvergessen ist sein Ritt auf Prince Flori am 03.09.2006 in Baden-Baden. Minarik gewann mit ihm den 134. Grossen Volkswagen Preis von Baden, ein Rennen mit Gruppe 1 Status das damals mit einer Dotation von 750.000 Euro zu den wertvollsten Pferderennen in Deutschland gehörte. Mittlerweile sind seine Erfolge in Rennen die als Gruppe-Rennen ausgetragen werden, und damit zu den wichtigsten Rennen im Galopprennsport gehören, auf insgesamt 18 Treffer angewachsen.

Übrigens, so lange man in Deutschland keine 50 Rennen der Kategorie A gewonnen hat, darf man sich nicht Jockey nennen sondern firmiert unter der Bezeichnung seines Ausbildungsabschlusses Berufsrennreiter.

Als bei einer Führung auf einer Galopprennbahn in München die Moderatorin die Zuschauer fragte, was denn der Unterschied zwischen einem Jockey und einem Berufsrennreiter sei, antwortete nach langer Denkpause ein kleiner Junge: „Ein Jockey reitet immer das gleiche Pferd.“ Sollte es jemals ein Pferd und einen Reiter geben die gemeinsam eintausend Rennen gewinnen, dann würden wir darüber liebend gern berichten.

© Text: turfcast.net, München
© Foto: Frank Sorge, Berlin

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