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turfkopf – Rheinland-Pokal statt Yorker Monster-Rennen

August 14, 2010 by  

Hemke Label Wiener Walzer © turfstock.com/BaloghRolf C. Hemke – Wiener Walzer bleibt für sein nächstes Rennen in Deutschland und tritt zur Titelverteidigung unterAdrie de Vries im Kölner Rheinlandpokal an. Nach seinem fulminanten Derbysieg gelang dem Schlenderhaner Top-Galopper in diesem Rennen 2009 der zweite Gruppe 1-Sieg in seiner Karriere – und der bisher letzte. Nach einem packenden Duell mit seinem damaligen Trainingsgefährten Getaway die gesamte Kölner Zielgerade hinunter siegte Wiener Walzer mit einer Nase Vorsprung und profitierte damals sicherlich von dem nicht unerheblichen Gewichtsvorteil von 4, 5 kg für die dreijährigen Pferde. Davon könnte jetzt der aktuelle Zweite des Deutschen Derbys, Zazou, profitieren, den Mario Hofer am Mittwoch für das Kölner Rennen nachnannte. Das erst für Baden-Baden mit großer Spannung erwartete Duell des Derbysiegers 2009 gegen den besten deutschen Derbystarter 2010 wird wohl nun schon am kommenden Sonntag in Köln stattfinden.

Das Kölner Rennen bietet nach der Starterangabe insgesamt ein spannendes Feld: Mit Godolphins Campanologist unter Frankie Dettori startet der souveräne Sieger aus dem Gr.1-Großen Preis von Lotto Hamburg (Deutschland-Preis) vom 17. Juli – damals Bezwinger von Wiener Walzer mit einer dreiviertel Länge. Auch der Dritte dieses Rennens, der aktuell gesteigerte Fährhofer Globetrotter Quijano wird unter Andrasch Starke antreten. Der von Wido Neuroth trainierte Norweger Appel au Maître, bereits Kölner Gr.3-Sieger im April, wird mit keinem Geringeren als dem wieder genesenen Derbysiegreiter von Wiener Walzer, Fredrik Johansson, im Sattel antreten.

Peter Schiergen hat – neben Quijano – mit Lyssio noch ein weiteres Pferd im Aufgebot, das aber auch noch eine Nennung in einem Gr. 2-Rennen am kommenden Dienstag in York hat. Das Feld komplettiert der Ex-Schlenderhaner und mittlerweile von Manfred Hofer trainierte Hengst Titurel unter dem Franzosen Yann Lerner, der eher ein Kandidat für Gruppe 3-Rennen sein sollte.

Für Wiener Walzer war eigentlich schon länger ein Start in den Juddmonte International Stakes am kommenden Dienstag in York vorgesehen. Doch Trainer Jens Hirschberger hat anscheinend seine Strategie geändert: Ob die Entscheidung aufgrund der Distanzdiskussion um Wiener Walzer getroffen wurde? York ist mit 2080 m ein Mitteldistanz-Rennen während der Rheinlandpokal eine Steherprüfung über 2400 m ist, was viele Fachleute als die geeignetere für das Pferd ansehen. Oder ist die Entscheidung einfach von dem Wunsch getragen, Wiener Walzer wieder gewinnen zu sehen?

Nachdem tragischen Karriereende von Harbinger führt immer noch Aidan O´Briens Topmeiler Rip van Winkle die Yorker Vorwetten an, vor den Khalid Abdullah-Pferden Byword und Twice Over, die Wiener Walzer bereits in den Prince of Wales´s Stakes von Royal Ascot Mitte Juni knapp besiegten. Einer Überraschung gleich kam die Yorker Nachnennung des überlegenen Gr. 1-Prix Jean Prat-Siegers (Chantilly) Dick Turpin. Mit dem Italiener Jakkalberry, letzter Bezwinger von Getaway im Gr.1-Gran Premio di Milano, stellt sich neben dem von Andre Fabre trainierten Byword nur noch ein weiteres, kontinentaleuropäisches Pferd der Phalanx englischer und irischer Topferde, im Kampf um knapp € 800.000 Preisgeld. In dieser Gesellschaft hätte Wiener Walzer als großer Außenseiter nur überraschen können, ähnlich wie es ihm als knapp geschlagenem Fünften in Ascot gelang. In Köln tritt er als Titelverteidiger und Favorit an. Alles andere als ein Sieg wäre da eine Enttäuschung.

P.S.: Nach lang anhaltenden wolkenbruchartigen Regenfällen am Mittwochabend in Köln stellt sich eine andere Wiener Walzer-Frage erneut: Die nach dem guten Boden, den er für einen erfolgreichen Auftritt unabdinglich braucht. Und die lokalen Wettervorhersagen für die nächsten Tage verheißen für Sonntag eher weiches Geläuf. Vielleicht bleibt der Crack auch einfach im heimischen Stall!

© Foto [M]: turfstock.com, München

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