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Turfcast fragt im Dutzend – Wolfgang Lechner

April 16, 2008 by  

turfcast.de – Wolfgang Lechner schließt die Reihe der Münchener Trainer. In dem Stall mit der Nr. 11 stehen seine Pferde. Aktuell hat Wolfgang Lechner zwei Pferde auf seiner Trainingsliste stehen, den kräftigen 5-jährigen Vito Corleone und den vierjährigen Valdez. „Valdez, diesen Namen sollte man sich merken!“ gibt sich Wolfgang Lechner optimistisch, „Der steigert sich noch um 15 Kilo.“
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Wolfgang Lechner hat eine spannende Vita. Er war Amateurboxer im Mittelgewicht und wechselte später ins Profiboxlager. Insgesamt hat er 60 Kämpfe im Ring ausgetragen und war bayerischer Meister der Amateure. Die Frage, ob die von ihm engagierten Jockeys seine gegebene Order besonders sorgsam umsetzten um ihm nicht später als Sparringspartner gegenüberzustehen, mussten wir einfach stellen. Da lacht Wolfgang Lechner. „Jockeys sind Hochleistungssportler, genauso wie Boxer. Man begegnet sich untereinander mit Respekt vor den sportlichen Leistungen.“ sagt er. Gibt er seinem Jockey im Führring eine Order, dann treffen zwei Sportler aufeinander der gegenseitige Respekt ist hier selbstverständlich.

lechner-auf-valdez.pngWolfgang Lechner ist ein Selfmade Rennsportfreund, Züchter, Besitzer und Trainer alles in einer Person, so mag er es. Und stolz ist er auf seine Pferde. Vito Corleone, der Crack in seinem Lot, steht aktuell bei einem GAG von 60 kg. 70 Kilo traut er ihm schon zu, eine schöne Ausgleich – III – Marke. Im Rennjahr 2007 war Vito Corleone bei zehn Starts dreimal ganz oben auf dem Stockerl und ebenso oft lief er in der Platzierung. Nach diesen Erfolgen war es auch nicht so schwer Wolfgang Lechner vor die Kamera zu bekommen, denn im Grunde hat er es nicht gerne fotografiert zu werden.Wir mussten ihm versprechen kein Foto von ihm zu machen, sonst würde er kein Interview geben. Doch dieses Versprechen kann ein Berichterstatter unmöglich geben. Versteckt und mit langer Brennweite wurde Wolfgang Lechner doch noch geknipst. Hoffentlich muss der Fotograf nun nicht mit ihm in den Boxring steigen! Aber Wolfgang Lechner ist ein Sportsmann mit Fairness und Respekt, so dass dieses Duell doch unwahrscheinlich ist.

Aber nun hat Wolfgang Lechner das alleinige Wort:

1. Frage: Wie sind Sie zum Rennsport gekommen?
Anfang der 1980- iger Jahre akquirierte mich Dieter Brümmer, ob ich nicht zu ihm in den Stall kommen wolle. So nahm alles seinen Lauf.

2. Frage: Auf welches Pferd aus ihrem Stall würden Sie ohne lang zu überlegen €100,00 wetten?
Auf jedes meiner Pferde, zum richtigen Zeitpunkt.

3. Frage: Was macht einen guten Jockey aus?
Er sollte mit Energie und nicht mit Gewalt reiten, das ist für einen Laien zwar fast dasselbe, ist es aber nicht, wenn man genau hinsieht kann man das unterscheiden.

4. Frage: Welcher Handicapper aus ihrem Stall klettert in der kommenden Saison mindestens einen Ausgleich höher?
Vito Corleone, der kann 70 kg, er ist ein Speedpferd, braucht Platz zum galoppieren. Seine Idealdistanz sind 1600 m, der für ihn beste Boden liegt zwischen 4- 5,5 cm Eindringtiefe.

5. Frage: Wer war Ihr erster Sieger als Besitzer?
Das war Wish you Luck. Das war ein tolles Gefühl, denn den Burschen habe ich auch selbst gezüchtet.

6. Frage: Auf was achten Sie, wenn Sie ein Pferd auf einer Auktion kaufen?
Auf Ausstrahlung, Exterieur und Pedigree.

7. Frage: Wie ist Ihre Meinung zur Strukturreform?
Darüber wissen wir zu wenig, der Informationsfluss ist mangelhaft, deswegen fehlt auch die breite Akzeptanz an der Basis. Eine Reform ist im und für den Rennsport aber notwendig.

8. Frage: Nennen Sie bitte die Gründe warum Sie gerne in München trainieren!
Die Münchner Bahn ist meine Heimatbahn, ich bin ein Bayer! München bietet eine sehr gute Anlage, eigentlich enorm für deutsche Verhältnisse.

9. Frage: Mal angenommen, Sie hätten ein Pferd im Stall mit dem alle großen Rennen möglich wären. In welches Rennen würden Sie es in Deutschland schicken? In welches Rennen würden Sie es im Ausland schicken?
In Deutschland: Großer Preis von Baden-Baden
Im Ausland: Arc de Triomphe in Paris Longchamps

10. Frage: Wie würden sich Galopprennen, die ohne Peitsche gelaufen werden von denen, die mit Peitsche ausgetragen werden unterscheiden?
Der Peitscheneinsatz ist limitiert und ist ein Hilfsmittel (z.B. gegen das Wegbrechen des Pferdes nach aussen). Für das Erreichen von Höchstleistungen und dosiert eingesetzt ist der Peitscheneinsatz berechtigt.

11. Frage: Würde ein Peitschenverbot im Rennen das Image des Rennsports verbessern?
Wahrscheinlich nur kurzfristig, dann wird wohl etwas anderes gefunden.

12. Frage: Was sollte ein Besucher, der zum ersten Mal auf die Münchner Rennbahn kommt unbedingt machen?
Ein Programm kaufen.

Wolfgang Lechner ist zu erreichen in unter folgender Adresse:
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Wolfgang Lechner
Graf-Lehndorff-Str. 36
81829 München

© Text & Foto: turfcast.de, München

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