The Big1 in München Riem
Juli 26, 2007 by Ekbert
München – Nachdem in den letzten Jahren der Große Dallmayr-Preis in der Regel mit fünf, sechs oder sieben Startern besetzt war, werden am kommenden Sonntag, 29. Juli (Rennbeginn 13.30 Uhr) auf der Galopprennbahn München-Riem in der Gruppe 1-Prüfung um 155.000 Euro diesmal neun Pferde zum Start aufgaloppieren.Woran das liegt? Zum einen vor allem, dass kein Teilnehmer besonders heraussteht, zum anderen aber auch, weil das Riemer Renngeläuf international einen so guten Ruf genießt, dass auch heuer wieder zwei namhafte ausländische Rennställe ihre wertvollen Vollblüter nach München verladen werden.
Die Münchner
Aus lokaler Sicht stehen zwei Kandidaten besonders im Mittelpunkt. Der Münchner Besitzer Helmut von Finck hofft, dass sein Flagschiff Soldier Hollow, der Sieger von 2005, auch als Siebenjähriger nichts von seinem Können eingebüßt hat. Der ehemalige Galopper des Jahres soll, bevor er nächstes Jahr seine Zuchtkarriere beginnt, noch einmal Werbung in eigener Sache machen. Jockey Andrasch Starke wird dem von Peter Schiergen in Köln trainierten In the Wings-Sohn jedenfalls nicht im Wege stehen, denn der reitet seit Wochen in bestechender Form.
Gefahr droht da schon eher vom zweiten Vertreter mit Münchner Interessen. Lange hatte kein in Riem trainiertes Pferd eine bessere Chance auf einen Erfolg in dem prestigereichen Rennen als Stall Salzburgs Poseidon Adventure. Der Schützling von Trainer Wolfgang Figge lieferte als Zweiter im Hamburger Hansa-Preis eine ganz starke Leistung ab, als er in der Zielgeraden dort sogar den letztjährigen Derby-Sieger Schiaparelli mächtig auf die Pelle rückte. Die diesmal kürzere Strecke wird ihm sicher entgegenkommen. Allerdings muss sich der Sadler´s Wells-Sohn noch um 2 bis 3 Kilo steigern um den Dallmayr-Preis zu gewinnen. Zuzutrauen ist es Poseidon Adventure, der mit Andreas Helfenbein den zur Zeit in der Statistik in Deutschland führenden Reiter im Sattel haben wird, allemal.
Dreimal Schlenderhan
Zweimal war Arcadio (Terry Hellier) im Großen Dallmayr-Preis schon als Favorit aufgaloppiert. Vor zwei Jahren scheiterte er an Soldier Hollow, im Vorjahr am Rennverlauf. Auch heuer war der Monsun-Sohn zweimal nicht vom Rennglück gesegnet und geht so fast als „vergessenes“ Pferd in die 2000 Meter-Prüfung. Eine „letzte Chance“ hat Arcadio jedoch noch verdient, zumal der etwas schwierige Kantonist am Sonntag mit Sommertag (Jiri Palik) einen Pacemaker zur Hand bekommt. Dritter Schlenderhaner im Feld ist Sommertags jüngerer Bruder Sommersturm (Frederik Johansson), dessen Form als Vierter im Union-Rennen durchaus als Empfehlung angesehen werden kann. Im Derby scheiterte er an den Bodenverhältnissen. Chancenlos wird Jens Hirschberger, der nicht nur wegen des Derby-Sieges mit Adlerflug grandios als Schlenderhaner Privat-Trainer gestartet ist, seine zweite „Waffe“ sicher nicht aufbieten.
Die Stuten
Meistens haben sich die Vertreterinnen des „schwachen“ Geschlechts im Dallmayr-Preis sehr beachtlich aus der Affäre gezogen. Kein Wunder also, dass sich sowohl Hans-Jürgen Gröschel mit Waleria (Andreas Suborics, Foto) als auch Andreas Wöhler mit Dominante (Jean-Pierre Carvalho) an die große Aufgabe wagen. Neben ihrer 2 Kilo Gewichtserlaubnis verfügen beide Stuten auch über genügend Potential für so eine Prüfung. Die Artan-Tochter Waleria ist immerhin die beste ältere Stute im Lande und hat den amtierenden Champion-Jockey im Sattel. Die Diana-Zweite Dominante zeigte zuletzt vor zwei Wochen in Krefeld eine so imponierende Vorstellung auf Listenebene, dass man der Etzeaner Monsun-Tochter auch diesmal etwas zutrauen kann.
Die Ausländer
Die bisher genannten Kandidaten würden schon ein tolles Rennen ergeben, das Sahnehäubchen zu einem Super-Rennen sind jedoch die starken ausländischen Gäste. Momentan sind noch sechs Pferde aus England bzw. Irland start-berechtigt. Der vom Gestüt Olympia gezogene und über die BBAG nach England verkaufte Formal Decree (Kerrin McEvoy) hat dort im Vorjahr ins Handicaps eine erstaunliche Siegesserie hingelegt. Kein Wunder, dass er anschließend auf dem Einkaufszettel von Sheikh Mohammeds Godolphin-Unternehmen stand. Beim Dubai-Carvinal im Winter konnte Formal Decree mit tollen Speedleistungen ebenfalls voll überzeugen. Zuletzt hatte der Diktat-Sohn Pech, als er in Longchamp wegrutschte und mit Frankie Dettori zu Fall kam. Das Rennen wurde von seinem Stallgefährten Stage Gift gewonnen. Bemerkenswert, dass Formal Decree bei dieser Gelegenheit als erste Farbe von Godolphin antrat. Mit seinem Rating von 113 ist er nicht zu unterschätzen.
Dass der Newmarket-Trainer Clive Brittain seine besten Pferde am liebsten auf jeder Hochzeit tanzen lässt, ist bekannt. So hatte sein Schützling Hattan (Eddie Ahern) heuer auch schon zehn Auftritte. Den Besten zuletzt als Zweiter nur um eine Nase geschlagen im Gran Premio di Milano über 2400 Meter. Auf der um 400 Meter kürzeren Strecke ist der Halling-Sohn aber genauso gut.
© Harald Schneider, München





