Top

Superstute Night Magic trifft auf Weltenbummler Quijano

September 23, 2010 by  

Quijano und Night Magic © turfstock.com/BaloghKöln- Preis von Europa eine unvermutete Revanchepartie nach dem jüngsten Großen Preis von Baden. Die große Herbstprüfung ist Höhepunkt eines sportlichen Angebots der Superlative mit einer 50.000-Euro-Wettchance und einer 23.333-Euro-Superdreierwette.

Königsstuhl, Surumu, Acatenango, Monsun, Lando oder Nebos lauten die Namen berühmter Vollbluthengste, die hierzulande selbst Leuten geläufig sind, die mit Galopprennsport und Vollblutzucht nicht unbedingt so vertraut sind wie jene, die Wochenende für Wochenende auf die Rennbahnen pilgern. Aber es gibt hin und wieder auch Jahre, die ganz im Zeichen großer Stuten stehen. Wie beispielsweise die laufende Saison. Sie wurde bislang vorrangig von der Münchener Vollblutdame Night Magic geprägt. Die Krönung ihrer famosen Saison 2010 war ihr jüngster Erfolg im Großen Preis von Baden über keinen Geringeren als den großen Quijano. Wie alle anderen Gegner war auch er ihrer unbeschreiblichen Frauenpower am Ende glatt unterlegen.

Es sollte damals sein letzter Start in Deutschland gewesen sein. Einzig noch ein allerletzter Auftritt im Ausland stand noch Raum. Danach würde der Wallach dann ins norddeutsche Gestüt Fährhof wechseln, wo er fortan geruhsamere Dienste tun und als Führpferd für die jungen Nachwuchspferde eingesetzt werden soll. Als sein Trainer Peter Schiergen diese ursprünglichen Pläne bereits ein paar Tage später wieder leicht relativiert hatte und gleichzeitig der Preis von Europa ins Spiel kam, keimten in Köln die Hoffnungen, dass sich Quijano vielleicht ja noch einmal dem Publikum auf seiner langjährigen Heimatbahn präsentieren und sich danach erst endgültig verabschieden würde.

Diese Hoffnungen werden am Sonntag nun Realität, und der Preis von Europa (17.15 Uhr) wird gleichzeitig zu einer großen Revanchepartie des vor kurzem erst entschiedenen Großen Preis von Baden, in dem Night Magic ihrer an Glanzlichtern bestimmt nicht armen bisherigen Karriere noch ein weiteres aufsetzte und damit die Massen auf der Iffezheimer Bahn zu begeistern verstand, wie es ein deutsches Rennpferd schon länger nicht mehr getan hatte.

Night Magics Trainer Wolfgang Figge, der seit Jahrzehnten in München–Riem ansässig ist, aber in Köln einst seine Lehre bei keinem Geringeren als dem unvergessenen Sven von Mitzlaff absolviert hatte, überließ bei diesem Start aber auch rein gar nichts dem Zufall. Um das Renntempo stets hoch zu halten und nach Gusto der Stute des Stalles Salzburg zu gestalten, wurde eigens der erstklassige Handicapper Northern Glory als Führpferd mit ins Rennen geschickt. Er spielte seine Rolle mehr als nur perfekt, da er am Ende sogar noch das vierte Geld bekam. Logischerweise begleitet er Night Magic nun einmal mehr, und erneut ist der junge Marvin Suerland sein Reiter. Doch eine entscheidende personelle Änderung im Konzept gibt es am Sonntag dennoch, da Jockey Karoly Kerekes wieder in den Sattel der Stutenkönigin zurückkehrt. Der Ungar hatte sich nämlich vor ihrem Baden-Badener Erfolg beim Joggen den Fuß verletzt und war nicht einsatzfähig gewesen. Dass Kollege Filip Minarik ihn exzellent vertrat, zeigt allein ja schon das Ergebnis.

Doch im mit 155.000 Euro dotierten Kölner Traditionsrennen sind keineswegs nur Quijano und Andrasch Starke gleichsam alte wie neue Rivalen. Auch der Engländer Allied Powers (Michael Fenton) und Vorjahrs-Derby-Sieger Wiener Walzer (Adrie de Vries) waren zuvor in Baden-Baden bereits mit von der Partie, wenngleich in der Endphase nicht mehr sonderlich im Bild gewesen. Gesattelt werden für den zweiten diesjährigen Kölner Gruppe-I-Test über 2.400 Meter ferner Tres Rock Danon (Dominique Boeuf), Soberania (Eduardo Pedroza), Mulan (Alex Pietsch) und Scalo (Olivier Peslier).

Wie immer besticht der Europa-Tag auch in diesem Jahr wieder mit einem darüber hinaus reichenden hochkarätigen weiteren Programm. So trägt die Große Europa Meile der Stall Asterblüte GmbH und der Röwer & Rüb GmbH (16.05 Uhr) immerhin das Etikett Gruppe II und ist mit 70.000 Euro dotiert. Exzellent besetzte Listenrennen sind zudem das Ilse und Heinz Ramm-Erinnerungsrennen (14.00 Uhr), der Preis des Union Gestüts (14.30 Uhr), der Preis des Porsche Zentrum-Köln (15.00 Uhr) und der>Preis der Spielbank Bad Neuenahr (16.40 Uhr).

Die Wettchance des Tages mit einer garantierten Auszahlung von 50.000 Euro in der Viererwette im Preis der Firmengruppe Fleischhauer-Franz (15.35 Uhr) ist ebenso ein Knüller für alle Wetter wie die Superdreierwette im bereits erwähnten Preis der Spielbank Bad Neuenahr (16.40 Uhr) mit 23.333 Euro garantierter Auszahlung und einem Grundeinsatz von drei Euro. Auf all jene, die am Sonntag nicht gerade von Glück verfolgt sein werden, warten nach den einzelnen Rennen immerhin noch dicke Trostpflaster von der Internetplattform www.interbet.de der Buchmacherfamilie Göser. Pro Rennen sind es vier Gutscheine à 300 Euro, welche im Führring gezogen und sofort allen Trostlaufsiegern überreicht werden. Kurzum: Der 47. Preis von Europa steht in einem Programmkontext, den es in dieser Saison noch auf keiner deutschen Rennbahn in dieser Form gegeben hat. Der 26. September im Weidenpescher Park hat jedenfalls alles, um ein absolutes Hochfest des Turfs zu werden.

© Text: Heinz-Josef Kammerinke, Köln
© Foto: turfstock.com, München

turfstock-banner-590px

Diskutieren Sie mit.

Ihre Meinung ist gefragt ...
wenn Sie wollen mit Avatar!


Die Leserkommentare an dieser Stelle geben nicht die Meinung der Redaktion wieder, sondern die unserer Leser. Die Redaktion behaelt sich vor, beleidigende, verleumderische, diskriminierende oder unwahre Passagen zu entfernen, Eintraege zu kuerzen und gegebenenfalls nicht zu veroeffentlichen.

Bottom