Top

Sonne und Asche in München-Riem

Mai 10, 2010 by  

20100509Muc_DEU_866_crop.jpgturfcast.net – Er kam sah, siegte dreimal und dann kam er nicht mehr weg. David Probert (Foto), ein neuer Stern am britischen Turfhimmel, der aktuell seine erste Profisaison reitet und in dieser auch ohne seine Gewichtserlaubnis sehr erfolgreich agiert. Erst am 8. Mai konnte er in einem Kasse 3 Handicap über 1800 m noch mit dem von seinem ehemaligen Lehrherren A M Balding trainierten Wallach Fireback punkten. Alleine an Sieggeldern hat Probert über 400.000 GBP verdient, legt man auch die Platzgelder dazu, sieht man sich der stolzen Summe von über 600.000 GBP gegenüber.

In München-Riem musste Probert sich allerdings bis zur vierten Tagesprüfung gedulden um weitere Siege auf sein Konto zu bringen. Im ersten Rennen war er zwar mit der Ransom O‘ War Tochter Fancy Diamond aus dem Quartier von Erika Mäder an Desert Rose, die den Iffezheimer Stall von Gerald Geisler vertritt, mit einer Nase herangekommen, aber eben nur heran und nicht vorbei, wie das Zielfoto unmissverständlich klar machte. Karoly Kerekes durfte sich hier aufs Siegerpodest stellen. Eine Augenweide war dieser Zweikampf allemal.

Mit Salontänzerin (Stall Swiss Connection; W.Hickst) und Wurfkette (Gestüt Ravensberg; Frau N.Bach) hatte Probert im Grunde zwei Elfmeter zu platzieren, aber auch das muss erstmal erfolgreich getan werden.

Den überlegensten Sieger des Riemer Muttertagsrenntags konnte man im 5. Rennen bewundern. Der Sohn des englischen Derbysiegers von 2005 (Motivator) Lyssio aus dem Quartier von Peter Schiergen, der Ittlinger Interessen vertritt, wurde seiner aller Ehren werten Abstammung mehr als gerecht. Gaetan Masure hielt den Hengst stets im Mittelfeld, bevor er ihm in der Zielgeraden den Kopf frei gab. Lyssio hatte keinerlei Probleme sich vom Feld zu lösen und siegte in überzeugender Manier. Überlegen 7 Längen lautete am Ende das Urteil des Zielrichters. Den Rennen der Kategorie D ist er auf jeden Fall entwachsen, seinen Weg sollte man gespannt verfolgen.

Für Riemer Siege – und riesige Quoten – sorgten Vito Corleone (Stall Wotan; Wolfgang Lechner), der unter dem talentierten Amateur Martin Seidl ein starkes Rennen lief. Zudem konnten Protagonisten aus dem Stall von Jutta Mayer punkten. Chinook gewann unter Alessandro Schikora in einer Kampfpartie mit viel Herz das Pikantus Rennen vor seinem Stallgefährten Amazing Dragon. Wer hier die Dreierwette – komplettiert durch die in Mitbesitz von Philipp Lahm stehende Stute Surabaja – getroffen hatte, durfte sich über eine Quote von von 13.484:10 freuen. Aber auch die Freunde der kleineren Wetten durften hier richtig abräumen.

Abräumen durften auch die Wetter, die im zweiten Rennen der Karte mit dem Trainerchampion 2009, Christian Freiherr von der Recke und Cayman gingen. Zu lukrativen Odds von 131:10 diktierten Cayman und seine Reiterin Kirsten Schmitt das Geschehen um am Ende noch sicher die Park Wiedingerin Prem Ramya in Schach zu halten.

Ein Sturz der jungen Reiterin Katharina Irmer kurz nach dem Start von Ophelia Queen ließ kurz die Stimmung stocken, doch zum Glück ist nicht Schlimmeres passiert und Katharina Irmer konnte ihre weiterhin geplanten Ritte ausführen. Sie erreichte einige gute Platzierungen und zeigte wieder einmal, dass sie eine ganz talentierte junge Dame ist. Für Frank Petzko war sie auf seiner Stute Argenta auch die moralische Siegerin, denn die erste im Ziel – Salontänzerin – spielt eigentlich in einer anderen Liga.

Auch die Romantik musste am Riemer Renntag nicht zu kurz kommen, so erfuhr man, dass Paul Harley, der Racing Manager von Rupert Plersch, seiner langjährigen Lebensgefährtin Christiane Kaiserer einen Heiratsantrag gemacht hat und am 4. September im schönen Salzburg geheiratet wird.

Auch die Nachwuchsreiterin Andrea Diana Mayer ist dem Ruf ihres Herzens gefolgt, wenn auch mehr in nördliche Richtung. Sie folgte am 1. Mai dem feschen David Lenneblad nach Schweden und ward seither nicht mehr in bayerischen Gefilden gesehen.

Neben aller Romantik darf man leider nicht vergessen, dass die Umsätze am dritten Riemer Renntag erschreckend waren. € 86.806,20 lassen einem die Augen tränen. Auch die eingegangenen Aussenwetten von € 34.348,70 sind alles andere als zufriedenstellend. Erstaunlich ist zudem, dass im Onlineportal des Hauptberichterstatters aus der Rennsportszene bis dato kein Wort über die Münchner Veranstaltung zu lesen ist. Auch wenn, wie in Köln und Hoppegarten, in München kein Black Type Rennen auf dem Programm stand, wurde sehenswerter und spannender Galoppsport geboten, der es ebenso verdient beachtet zu werden.

Eine gute Nachricht zum Schluss gibt es aber noch. David Probert konnte heute Morgen seine Rückreise nach England antreten, die Aschewolke hatte ein Einsehen. Hoffentlich halten diese Unannehmlichkeiten den jungen Reiter nicht von einem erneuten Besuch der Riemer Rennbahn ab.

© Text: turfcast.net, München
© Foto: turfstock.com, München

turfstock-banner-590px

Comments

One Response to “Sonne und Asche in München-Riem”

Trackbacks

Was denken die Anderen...
  1. […] This post was mentioned on Twitter by Ekbert Wunderlich. Ekbert Wunderlich said: New blog post: Sonne und Asche in München-Riem http://www.turfcast.net/index.php/news/sonne-und-asche-in-munchen-riem/ […]



Diskutieren Sie mit.

Ihre Meinung ist gefragt ...
wenn Sie wollen mit Avatar!


Die Leserkommentare an dieser Stelle geben nicht die Meinung der Redaktion wieder, sondern die unserer Leser. Die Redaktion behaelt sich vor, beleidigende, verleumderische, diskriminierende oder unwahre Passagen zu entfernen, Eintraege zu kuerzen und gegebenenfalls nicht zu veroeffentlichen.

Bottom