Was der Bayer nicht kennt, kauft er nicht
Mai 29, 2008 by Ekbert
turfcast.de – 16 deutsche Rennvereine haben dem zwanzigjährigen Vertrag mit dem Direktorium zugestimmt, einer nicht, der Münchner Rennverein. In der ausserordentlichen Mitgliederversammlung des Münchner Rennvereins am 28. Mai kam es zur Urabstimmung bezüglich des neuen Vertrags aus Köln. 16 Mitglieder sprachen sich für den neuen Vertrag aus Köln aus, 17 waren dagegen. Ein Zielfotoentscheid, der denkbar knapp war.
Grundlage für diese Entscheidung war unter anderem die vorangegangene Informationsveranstaltung am 26. Mai in München, zu der auch das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Direktoriums Engelbert Halm eingeladen war um letzte klärende Fragen zu dem vorgelegten Vertrag zu beantworten. Der Termin war mit dem Terminkalender von Engelbert Halm abgestimmt worden, doch leider wusste der Terminkalender etwas, was sonst keiner wusste, Herr Halm hatte gar keine Zeit an diesem Tag und musste kurzfristig diesen wichtigen Termin absagen. So fand die Informationsveranstaltung ohne den Informationsgeber statt. Dringende Fragen konnten nicht beantwortet und vertrauensbildende Massnahmen nicht vermittelt werden.
Dem Münchner Rennverein liegt ein Vertragskonstrukt vor, das vorsieht, für eine Laufzeit von zwanzig Jahren, die Bildrechte an den Kölner Dachverband abzutreten. Die angeschlossene Organisation NewCo erhält im Gegenzug den Geschäftsauftrag die Bilder gewinnbringend zu vermarkten. Mit den Erlösen soll der Fortbestand des Vollblutsports in Deutschland gesichert werden. Grundlage für jedes Geschäftsvorhaben ist ein Businessplan und ein Investor bzw. Investitionsplan. Beides konnte bis heute weder dem Münchner Rennverein noch einem anderen Rennverein präsentiert werden. Auf einer Veranstaltung der BGG (Betriebs-Gesellschaft-Galopp) in Köln, die am 15. Mai stattfand, wurde von Direktoriumsseite durch Gastredner Engelbert Halm weder das eine, noch das andere präsentiert. Dafür wird es einen neuen Termin geben, der Licht ins Dunkel bringen soll. Am 06. Juni 2008 werden nun Businessplan und Investor den Vertragspartnern vorgestellt. Es sei denn der Terminkalender hat etwas dagegen. Die Mitglieder des Münchner Rennvereins sind sich in einem Punkt einig: Eine Strukturreform ist wichtig und dringend notwendig, doch nicht zu allen Bedingungen.
Die Tatsache, das bis heute kein Businessplan präsentiert wurde, machte einen großen Anteil dieser so wichtigen Entscheidung aus. Wie soll ein Kaufmann die Entscheidung für etwas treffen, wenn er das Geschäftsmodell nicht kennt? Der Münchner Rennverein möchte nun mit dem Verhandlungspartner in neue Vertragsgespräche treten.
Die Bildrechte der Münchner wurden bereits bis Ende 2009 an das Kölner Direktorium übertragen. Grundlage dafür ist ein von beiden Vertragspartnern unterschriebener Vertrag aus dem Jahr 2007. Mit dieser zweijährigen Vertragslaufzeit war es Köln allerdings nicht möglich einen Investoren zu überzeugen, Geld in den Rennsport zu investieren um ihn gewinnbringend zu vermarkten. Dem Münchner Rennverein wurde nun ein neuer Vertrag mit einer zwanzigjährigen Laufzeit und neuen Vertragsinhalten vorgelegt. Viele der Mitglieder des MRV sahen schon in der langen Laufzeit des neu präsentierten Vertrages ein sittenwidriges Vertragskonstrukt und verweigerten ihre Zustimmung. Auch die nach wie vor unbeantworteten Fragen nach einem Businessplan und wer sich hinter dem/den neuen Investoren verberge, führten letztlich dazu, dass der MRV der Strukturreform, wie sie ihm präsentiert, bzw. nicht präsentiert wurde, nicht zustimmte.





