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Night Magic gewinnt Grossen Mercedes-Benz Preis von Baden

September 8, 2010 by Ekbert 

Night Magic gewinnt den Grossen Mercedes-Benz Preis von Baden. © turfstock.com/BaloghIffezheim – Vor mehr als 20.000 begeisterten Zuschauern hat der „Galopper des Jahres 2009“, Night Magic, den 138. Grossen Mercedes-Benz von Baden gewonnen. Im Hauptereignis der Grossen Woche auf der Rennbahn Iffezheim bei Baden-Baden setzte sich die vierjährige Schimmelstute aus dem Stall Salzburg gegen den doppelt so alten Globetrotter Quijano und vor allem gegen den hoch eingeschätzten englischen Gast Cavalryman durch.

Der Münchner Trainer Wolfgang Figge hatte für Night Magic mit Northern Glory extra einen Tempomacher für 25.000 Euro – zehn Prozent des Preisgeldes – nachgenannt. „Wir hatten viel Mumm auf die Stute und wollten sicher stellen, dass alles passt.“ Der Einsatz lohnte sich, denn Night Magic verdiente 150.000 Euro Siegprämie und Northern Glory wurde nur knapp geschlagen Vierter, für den es weitere 15.000 Euro Preisgeld für den Stall Salzburg gab. „Sie ist das Pferd der Herzen. So etwas erleben zu dürfen, ist einmalig“, freute sich Besitzer Hans-Gerd Wernicke. Filip Minarik, der 2006 mit Prince Flori schon einmal den Grossen Preis von Baden gewonnen hatte, lobte die Teamanstrengung und bedankte sich beim Iffezheimer Publikum – „es ist das Allerbeste.“

Das packende Rennen hatte auch der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech verfolgt. „Ich kann nur den Hut ziehen, was der neue Betreiber Baden Racing hier in kürzester Zeit erreicht hat“, so der CDU-Politiker. „Das kann sich schon sehen lassen.“ Rech plauderte im Führring vor dem Adolf Schindling-Gedächtnisrennen angeregt mit Marika Kilius, der ehemaligen Eiskunstlauf-Weltmeisterin im Paarlauf mit Hans-Jürgen Bäumler. Das mit 27.000 Euro dotierte Ausgleich I-Rennen über 1.600m gewann der von Andreas Wöhler trainierte Beagle Boy mit Jozef Bojko vor Combat Zone und Glad Eagle.

Den Preis der Baden-Badener Hotellerie und Gastronomie, ein Listenrennen für Stuten über 2.000m, holte sich die 3-jährige Indian Breeze aus dem Traditionsgestüt Schlenderhan. Adrie de Vries musste sich aber den hartnäckigen Angriffen von Hassay erwehren. Dritte wurde Power Eva.

Mit einem „Quick Pick“, das heißt der Computer wählte die Zahlen aus, hat ein Wetter in Iffezheim in der „Wettchance des Jahres“, im Rena Lange Preis, rund 25.000 Euro gewonnen. In der Viererwette hatte Baden Racing erstmals in der Geschichte des deutschen Rennsports 100.000 Euro als Gewinnausschüttung garantiert und insgesamt vier Mal wurde die Reihenfolge Primera Vista, Infant, Glentire und El Okawango mit 50 Cent Grundeinsatz richtig getippt. Die Quote betrug somit stolze 500.392:10!

Stimmen zum Grossen Mercedes-Benz von Baden

Filip Minarik (Reiter Night Magic): Der Sieg mit Prince Flori 2006 war ein ziemlicher Schock, heute konnte ich das richtig genießen. Mein Dank gilt Marvin Suerland, der das Tempo toll eingeteilt hat, denn ich wusste ja nicht genau, wie gut Night Magic über die 2.400 m lange Strecke kommt. Das war heute alles Teamarbeit, denn wir haben uns vor dem Rennen alle ausgetauscht, auch Karoly Kerekes, dem ich ausdrücklich dafür danke. Und ich möchte mich bei dem allerbesten Publikum hier in Baden-Baden bedanken.

Wolfgang Figge (Trainer Night Magic und Northern Glory): Wir haben uns Anfang der Woche in der Klosterschänke in Baden-Baden überlegt, Northern Glory als Pacemaker nachzunennen. Wir hatten schon sehr viel Mumm auf die Stute. Sie war heute schon viel ruhiger als früher und zeigte eine sensationelle Leistung.

Hans-Gerd Wernicke (Besitzer Night Magic und Northern Glory): Sie ist das Pferd der Herzen. So etwas erleben zu dürfen ist einmalig. Die Liebe zum Pferd lässt uns immer weitermachen. Ob sie im Rennstall bleibt, das lasse ich offen. Ich habe selbst keine züchterische Ambitionen, aber die Stute soll der deutschen Zucht erhalten bleiben.

Peter Schiergen (Trainer von Quijano): Das war wieder einmal der alte Quijano, so wie wir ihn kennen. Da fällt der Abschied aus Baden-Baden leicht. Es war aber noch nicht sein letztes Rennen überhaupt, denn in Köln und Mailand kann er noch einmal antreten.

Andrasch Starke (Quijano): Ich freue mich riesig, dass er so toll gelaufen ist und so einen großartigen Abschied von Baden-Baden gefeiert hat. Man darf ja nicht vergessen, dass er schon acht Jahre alt ist und so lange konstant gute Leistungen gezeigt hat.

Marvin Suerland (Reiter von Northern Glory): Ich sollte nicht zu schnell gehen. Es war wichtig, dass sich Night Magic im Hinterfeld unterwegs beruhigen konnte. In der Zielgeraden marschierte Northern Glory dann immer weiter. Da war ich selbst überrascht. Er ist heute über sich hinaus gewachsen.

Frankie Dettori (Cavarlyman) – Er ist überhaupt nicht gut gelaufen, er hat sich nicht wohl gefühlt.

Simon Crisford (Racing Manager Godolphin, Cavalryman) Wir sind sehr enttäuscht über sein Abschneiden. Wir müssen erst einmal abwarten, was mit ihm los ist.

Adrie de Vries (Reiter von Wiener Walzer): Als ich Gas geben wollte, da kam einfach nichts. Der Akku war leer.

© Text: Peter Mühlfeit, Baden-Baden
© Foto: turfstock.com, München

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