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Luxis Reisen – Hennessy Gold Cup 2009

November 29, 2009 by Ekbert 

20091128new_gbr_0270_cropturfcast.net – Das war der Wahnsinn. Denman (Foto) zeigte am Samstag bei seinem Sieg (11/4-Fav.) in Newbury , dass er notfalls auch einen Elefanten tragen könnte. Er tat das in einem der heißesten Handicaps der National Hunt-Saison – dem Hennessy Gold Cup. 11 st 12 lb, âlso 76,5 Kilo, hatte der Schützling von Trainer Paul Nicholls zu schultern.

Jockey Ruby Walsh setzte diesmal wie Sam Thomas beim Cheltenham Gold Cup 2008 nicht darauf, die anderen von Anfang an zu zermürben, sondern schlich sich vorsichtig an, um dann seine 18 Gegner mit einer plötzlichen Temposteigerung vor dem Schlussbogen in Schwierigkeiten zu bringen. Und da zeigten sich dann kurz darauf die Defizite auch der ernsthaften Opponenten: Barbers Shop (4., 13/2, Barry Geraghty, Nicky Henderson) kann nicht stehen, My Will den Boden nicht, Killyglen springt zu schlecht, und der Ex-Hunter Chaser Cappa Bleu ist noch zu unroutiniert und wohl auch überschätzt. Die einzige Gefahr drohte, wenn überhaupt, vom Trainingsgefährten What A Friend (2., 7/1). Sein Reiter Sam Thomas hätte zu gerne an der Stelle seines bittersten Moments der vergangenen Saison, als er Big Buck´s im gleichen Rennen so hektisch in den letzten Sprung jagte, dass der beim Landen die Beine verlor, endlich triumphiert. Dass dieser Fauxpas im Nachhinein gesehen eigentlich Thomas’ beste Tat einer verkorksten Saison war, sollte sich ja erst herausstellen. Dritter wurde der sehr gut gelaufene Niche Market (33/1, Andrew Glassonbury, Bob Buckler). Immer im Vorderfeld platziert, rang er auf den letzten 200 Metern noch Barbers Shop, das Pferd der Queen, nieder.

Ein bisschen war ich ja schon seit dem Hennessy Gold Cup 2007 von der Denmania befallen gewesen. Da hatte der damals siebenjährige Presenting-Sohn mit Höchstgewicht dieses Showpiece in noch beeindruckenderem Stil gewonnen, doch waren seine Marke deutlich niedriger und die Gegner lange nicht so gut. Dass Denman’s sportliche Leistung dieses Mal höher war, spürten auch die Rennbahnbesucher. Unter dem Jubel der 20 000, die beim letzten Sprung von Denman abgingen, als hätte gerade Wayne Rooney England zum WM-Sieg geschossen, galoppierte er noch deutlich frischer als einige andere Sieger des dreitägigen Winter Festivals durchs Ziel. Dieses Pferd ist ein Star – wenn Denman im März auch noch den Cheltenham Gold Cup zum zweiten Mal gewinnt, dann wird das der neue Desert Orchid.

Begonnen hatte der Renntag bei viel Sonne und noch mehr Wind mit der Niederlage des Favoriten Sereth (13/8, Paul Moloney, Barney Curley) im Novice Hurdle. Der Ex-Schlenderhaner, zweifacher Listensieger in München, hatte dem starken Finale von Finian’s Rainbow (4/1, Barry Geraghty, Nicky Henderson) nichts entgegenzusetzen. Allerdings musste er ihm auch fünf Pfund geben, was auf dem etwas ziehenden Boden wohl entscheidend war. Dritter wurde Sleepy Hollow (16/1, Tom Scudamore, Hughie Morrison). Die Pferde dahinter waren zum Teil von erschreckend niedriger Klasse.

Die Novices Handicap Chase (Klasse 3) sah einen Superritt des in exzellenter Form agierenden Tom Scudamore. Für den ebenfalls in großer Form operierenden Trainer Colin Tizzard in den Sattel gestiegen, zog sein Pferd Hey Big Spender (8/1) immer wieder an und kämpfte den Favoriten Fistral Beach (7/2, Ruby Walsh, Paul Nicholls) schließlich nieder. Dritter wurde der sicher noch zu steigernde Pipo De Re (7/1), den Aidan Coleman mit aller Finesse noch auf diesen Platz brachte. Der Stalljockey von Venetia Williams ist einer, auf den man auch in dieser Saison achten sollte.

Und dann war da ja auch noch Big Buck´s (2/5 Fav.), der schon im Führring wie eine Million Pfund aussah. Das Long Distance Hurdle könnte auf Jahre hinaus sein Hausrennen werden, wie es das schon für Barracuda und Inglis Drever gewesen ist. Start – Ziel canterte er die Gegner nieder, und auch der tapfere Lough Derg (14/1, Tom Scudamore, David Pipe), ein echter Krieger, der wieder großartig gelaufen ist, konnte da nicht mehr mithalten, kam aber sicher auf Platz zwei. Tja, der Blunder von Big Buck’s letztes Jahr im Hennessy Gold Cup brachte Trainer Paul Nicholls dazu, ihn wieder zurück über die Hürden zu schicken. Mit grandiosem Ergebnis.

Die Handicap Chase über 2 Meilen 4 Furlongs brachte einen packenden Endkampf, den Mount Oscar (9/1, Paddy Brennan, Colin Tizzard) gegen den Favoriten Pasco (9/2, Ruby Walsh, Paul Nicholls) für sich entschied. Der Sieger ist zwar schon zehn Jahre alt, aber noch relativ geschont. Der sollte sich heuer noch zwei Handicaps schnappen. Der Rennbahngesang Piraya (7/1, Tom Scudamore, David Pipe) zeigte nach einer grottenschlechten Vorsaison mit Platz drei einen guten Ansatz. Nach alter französischer Klasse sollte der noch gut 16 Pfund in der Hand haben, vor allem über längere Distanzen. Auch den Viertplatzierten Pop (18/1, Andrew Tinkler, Henry Daily) sollte man sich ins Notizbuch schreiben. Der Sechsjährige ist sicher noch gewaltig zu steigern.

Eine großartige kämpferische Leistung zeigte die Harzburgerin Fairyland (9/2, Barry Geraghty, Nicky Henderson). Die Tertullian-Tochter aus einer Acatenango-Stute wies Frontier Dancer (10/1, Paddy Brennan, Nigel Twiston-Davies) sicher in die Schranken und holte sich das Klasse-1-Handicap Hurdle. Dritter wurde der viel zu spät gebrachte Trafalgar Road (12/1, Tom Siddall, James Treacy). Auf besserem Boden sollte da noch mehr für Fairyland drin sein. Schließlich machte noch in der abschließenden Handicap Chase für die Amateure der siebenjährige Ex-Pointer Shillingstone (2/1 Fav., Sam Allwood, Robert Alner) viel Eindruck. Das hatte am Vortag schon Nicky Hendersons Punchestowns geschafft. Der Stil, in dem er die Novice Chase für Steher gewann, stempelt ihn zum Favoriten für die Royal Sun Alliance-Chase beim Cheltenham Festival.

Regelmäßige Leser dieser Kolumne werden sich jetzt besorgt fragen: Was ist denn mit den Fisch & Chips, denangeblich besten auf Englands Rennbahnen? Nun, sie waren wieder exzellent und in Begleitung zweier Pints Guinness ein hervorragendes Frühstück. Zwar monierte ein Mitglied unserer Reisegesellschaft bei einem Exemplar einen leichten Beigeschmack, doch konnte das nicht bestätigt werden. Cross, angenehm unfettig und mega frisch, sind sie nach wie vor eines der Highlights von Newbury Racecourse. Das ist wirklich eine der drei schönsten Rennbahnen in England. Das Hennessy Gold Cup-Meeting: Jedes Jahr ein Vergnügen. Schöne Treffer beim Wetten eingeschlossen.

© Text: Michael Luxenburger, München
© Foto: turfcast.net, München

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Comments

2 Responses to “Luxis Reisen – Hennessy Gold Cup 2009”
  1. uk sagt:

    Das war schon eine beeindruckende Vorstellung von Denman. Aber ob die Gegner so viel besser waren als vor zwei Jahren, da habe ich leichte Zweifel. Gespannt bin ich auf die weitere Entwicklung von What a Friend, der als noch unerfahrenenes Pferd ein sehr gutes Rennen lief und seine Vorleistungen erheblich steigerte. Vielleicht cht hat Nicholls da einen zukünftiger Nachfolger für Kauto Star und Denman im Stall.

  2. uk sagt:

    Das war schon eine beeindruckende Vorstellung von Denman. Aber ob die Gegner so viel besser waren als vor zwei Jahren, da habe ich leichte Zweifel. Gespannt bin ich auf die weitere Entwicklung von What a Friend, der als noch unerfahrenenes Pferd ein sehr gutes Rennen lief und seine Vorleistungen erheblich steigerte. Vielleicht hat Nicholls da einen zukünftigen Nachfolger für Kauto Star und Denman im Stall.

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