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Kein Entkommen gegen Getaway im Grossen Mercedes-Benz Preis von Baden

September 6, 2009 by Ekbert 

getaway_20090906bad_deu_0173Baden-Baden – Dreimal hat er sich gegen Derbysieger Wiener Walzer entschieden, im dritten Anlauf lag Adrie de Vries endlich richtig: Mit Getaway im Besitz von Georg Baron von Ullmann gewann der niederländische Spitzenjockey vor 20.000 Zuschauern den 137. Grossen Mercedes-Benz Preis von Baden zum Abschluss der Großen Woche Baden-Baden. Getaway gewann leicht mit dreieinhalb Längen Vorsprung vor den englischen Gästen Eastern Anthem und Youmzain. Vierter wurde Wiener Walzer vor Vorjahressieger Kamsin und Adelar.

„Mir fiel ein Stein vom Herzen, dass es endlich geklappt hat“, sagte de Vries, der sich als Stalljockey von Jens Hirschberger im Hamburger Derby und im Kölner Rheinland-Pokal gegen Wiener Walzer entschied. „Hamburg war ein Fehler, zuletzt in Köln hätte auch Getaway statt Wiener Walzer gewinnen können“. Der Rennverlauf sei ideal gewesen. „Ich hatte nur ein bisschen Angst, etwas zu früh nach vorne gegangen zu sein.“ Doch Getaway wehrte die Angriffe der Weltklassejockeys Frankie Dettori (Eastern Anthem) und Youmzain (Kieren Fallon) leicht ab.

Bei idealem Wetter verfolgten mehr als 20.000 Zuschauern die Rennen, darunter auch die Schauspielerin Gudrun Langrebe, der baden-württembergische Innenminister Heribert Rech und die amtierende Miss Germany, Doris Schmidts. Gemeinsam mit dem Mercedes-Benz-Niederlassungschef Baden-Baden, Joachim Ersing, und dem Präsidenten des Internationalen Clubs, Bernhard Prinz von Baden, überreichte die Schönheitskönigin aus Karlsruhe die Ehrenpreise im Hauptrennen.

Der Grosse Mercedes-Benz Preis von Baden, ein Gruppe I-Rennen über 2.400m, ist mit 250.000 Euro dotiert, der Sieger erhielt allein 150.000 Euro. Noch mehr Geld kann Getaway in Japan verdienen, denn der Sieger erhält eine automatische Startberechtigung im mit 4,1 Millionen Euro dotierten Japan Cup Ende November. Und wenn der Badener Champion einen Platz in Tokio unter den ersten drei erreicht, dann erhält er noch Bonuszahlungen von bis 769.000 Euro.

Das nächste Ziel für den sechsjährigen Monsun-Sohn Getaway könnte aber der Prix de l’Arc de Triomphe Anfang Oktober sein. „Nach dem heutigen Auftritt haben wir in Paris eine berechtigte Chance“, sagte Trainer Jens Hirschberger. „Für Wiener Walzer war der Boden trotz des warmen Wetters heute doch noch zu lose.“

Der Große Preis war in der Vergangenheit ein gutes Vorbereitungsrennen für Paris: Youmzain wurde 2007 nach dem vierten Rang in Iffezheim Zweiter in Longchamp, It’s Gino nach dem dritten Rang auch Dritter im Arc und 2002 siegte Marienbard in beiden Rennen. „Wir werden unsere Pläne nicht ändern“, sagte Youmzain-Trainer Mick Channon und Fallon fügte an: „Das war ein gutes Vorbereitungsrennen für den Arc.“

Stimmen zum 137. Großer Mercedes-Benz Preis von Baden

Jens Hirschberger, Trainer von Getaway und Wiener Walzer: Getaway fühlt sich jetzt viel wohler, als zu der Zeit als er aus Frankreich zu uns kam. Er hatte erst einen schwierigen Charakter, aber das hat sich jetzt gelegt. Nach dem heutigen Auftritt haben wir im Prix de L’Arc de Triomphe eine berechtigte Chance. Für Wiener Walzer war der Boden trotz des warmen Wetters heute doch noch zu lose. Wir haben es probiert, es war sicher das letzte Mal. Ob er 2009 noch einmal läuft, das weiß ich noch nicht.

Adrie de Vries, Jockey von Getaway: Natürlich fiel mir heute ein Stein vom Herzen. Die Niederlage in Köln war schon unglücklich, heute hat es geklappt. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl, als wir in die Gerade hinein kamen. Einen kurzen Moment dachte ich, dass wir zu früh nach vorne kommen, aber er hat sich weiter gesteigert.

Lanfranco Dettori, Jockey von Eastern Anthem: „Er ist gut gelaufen, der Sieger war einfach zu stark.“

Diana Cooper, Representatin von Godolphin: „Wir sind sehr zufrieden. Er ist viel besser als in Köln gelaufen.“

Kieren Fallon, Jockey von Youmzain: „Für uns war das Rennen ein wenig zu langsam, das hat Youmzain nicht so gefallen. Wir sind einfach nicht an die beiden Führenden herangekommen. Aber es war ein gutes Vorbereitungsrennen für den Arc.“

Mick Channon, Trainer von Youmzain: „Er ist gut gelaufen, wir halten an unseren Plänen fest, schließlich war er hier schon mal Vierter und hätte danach fast den Arc gewonnen. Es war alles Spitzenpferde am Start.

Filip Minarik, Jockey von Wiener Walzer: Er tat sich heute irgendwie schwer. Da passte ihm einiges nicht.

Andrasch Starke, Jockey von Kamsin: Er mag einfach nicht mehr. Ich weiß nicht, was mit ihm los ist. Schon im Schlussbogen hatte ich nicht mehr viel in der Hand. Auch der Rennverlauf war optimal.

Werner Baltromei, Trainer von Adelar: Er kam lahm aus dem Rennen, mehr gibt es da nicht zu sagen.

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© Text: Peter Mühlfeit, Baden-Baden
© Foto: turfcast.net, München

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