Frankie Dettori kommt nach München
Mai 28, 2009 by Ekbert
München – Die Derby-Sieger Athenagoras (1973), Acatenango (1985) und Samum (2000) stehen ebenso wie die Klasse-Galopper Le Glorieux (1987), Monsun (1993), Tiger Hill (1998) und Ransom O´War (2003) in der Siegerliste des Bavarian Classic, das 1969 einst als Großer Hertie-Preis der Taufe gehoben wurde und sich schnell als eine der wichtigsten Vorprüfungen zum Deutschen Derby etablierte.
Dies hat sich bis heute nicht geändert, wenn am Pfingstmontag, 1. Juni (13.30 Uhr) in München-Riem diese Traditionsprüfung erstmals unter dem Patronat des Wettanbieters oneXtwo.com gelaufen wird. Die Qualität der Teilnehmer der Starter lässt auch in diesem Jahr keine Wünsche offen. Es war im Riemer Sekretariat zwar ein harter Kampf um jeden Starter, es gibt für die besten Vertreter des Derby-Jahrgangs heutzutage halt viel mehr Möglichkeiten, um sich eine Fahrkarte für einen Derby-Start abzuholen, als es früher einmal der Fall war. Heuer wird zu allem Übel sogar zeitgleich am Pfingstmontag ein Derby-Trial in Hannover gelaufen. Letztendlich kann man mit dem Aufgebot für das Gruppe 3-Rennen jedoch zufrieden sein.
Scheich schickt seine Derby-Hoffnung und Weltklassejockey Frankie Dettori an die Isar
Sensationell ist natürlich die Last-Minute Nachnennung von Peligroso. Der im vergangenen Herbst aus dem Krefelder Stall von Mario Hofer an Sheikh Mohammed verkaufte Top-Zweijährige stellt sich nun erstmals unter Godolphin-Flagge vor. Im Sattel wird Publikumsliebling Frankie Dettori sitzen. Ansonsten scheint der Frankfurter Frühjahrspreis, den am 3. Mai in der Mainmetropole Gestüt Auenquelles Glad Panther (William Mongil) mit einer dreiviertel Länge vor Saphir (Andrasch Starke) gewann das Schlüsselrennen für das oneXtwo – Bavarian Classic in diesem Jahr zu sein. Denn auch der Fünfte und Sechste dieser Prüfung Enzio (Jerome Lermyte) bzw. Quo Dubai (Daniele Porcu) sind am Montag wieder mit von der Partie. Hansom (Jiri Palik) und Bubai (Terry Hellier), die sich zuletzt beide imponierend aus der Maidenklasse verabschieden konnten und somit die großen Unbekannten im Rennen sind. Das Feld wird komplettiert von Lokalmatador Schachspieler (Karoly Kerekes).
Einzelvorstellung der Teilnehmer des oneXtwo.com–Bavarian Classic – 50.000 € – 2000 Meter
Budai, 3j. H. v. Dai Jin – Bejera, 1 Start, 1 Sieg, Trainer Andreas Trybuhl, Köln, Besitzer PT.STABLE
Wen ein Pferd gleich bei seinem ersten Start noch dazu in imponierendem Stil gewinnt handelt es sich meist um einen hochtalentierten Kandidaten. Davon kann man auch im Falle von Budai ausgehen, denn der Schützling von Andreas Trybuhl, an dessen Stall es momentan nicht besser laufen könnte, war bei seinem Lebensdebüt Mitte Mai in Dresden gegen gewiss nicht schlechte Gegner Start-Ziel überlegen.
Enzio, 3j. H. v. Next Desert – Elle Diva, 3 Starts, 1 Sieg, 1 Platz, Trainer: Andreas Wöhler, Ravensberg, Besitzer: Stall Audenhove
Enzio legte als Zweijähriger sofort seine Maidenschaft ab und bestätigte sein Talent danach als Dritter im Preis des Winterfavoriten. Bei seinem Saisondebüt konnte er im Frankfurter Frühjahrspreis hinter Glad Panther und Saphir aus bester Lage im Einlauf nicht zulegen. Er ist demnach diesmal klarer Außenseiter im Feld. Sein Quartier wird sich jedoch was dabei denken wenn man es erneut gegen dieselben Gegner versucht.
Glad Panther, 3j. H. v. Seattle Dancer – Glady Beauty, 4 Starts, 2 Siege, 2 Plätze, Trainer: Uwe Ostmann, Mülheim, Besitzer: Gestüt Auenquelle
Glad Panther gewann in Frankfurt Anfang Mai über 2000 Meter nach optimalem Rennverlauf und mit großem Kampfgeist gegen Saphir. Lief in seiner bisherigen Karriere immer nach vorne. Kein Grund in Sicht warum das diesmal nicht auch so sein soll. Der Auenqueller ist ein heißer Sieg-Kandidat im Bavarian Classic .
Hansom, 3j. H. v. Ransom O´War – Hosea, 3 Starts, 1 Sieg, 1 Platz, Trainer: Erika Mäder, Krefeld, Besitzer: Stall Capricorn
Hansom steigerte sich bisher von Start zu Start. Sein Vater gewann in denselben Farben dieses Rennen und den Großen Dallmayr-Preis 2003 und avancierte anschließend zum Galopper des Jahres. Hansom gewann zuletzt am selbem Tag wie Glad Panther in Frankfurt ein Maidenrennen in einer um 2 Sekunden schnellern Zeit. Man sollte sich hüten ihn zu unterschätzen.
Peligroso, 3j. H. v. Trempolino – Pitpit, 2 Starts, 1 Sieg, 1 Platz, Trainer: Saeed bin Suroor, Newmarket, Besitzer: Godolphin Management Co. Ltd./England
Peligroso ist die große Zugnummer im Bavarian Classic. Er gewann im Vorjahr ganz überlegen das Ratibor-Rennen und katapultierte sich dadurch an die Spitze seines Jahrgangs. Diese Vorstellung imponierte so sehr, dass er anschließend für einen Millionenbetrag an Sheikh Mohammeds Godolphin Unternehmen verkauft wurde. Nach einer guten Schlussarbeit am Mittwochmorgen entschloss man sich zu einer Nachnennung für das Bavarian Classic.
Quo Dubai, 3j. H. v. Dubai Destination – Quest of Fire, 5 Starts, 1 Sieg, 2 Plätze, Trainer: Mario Hofer, Krefeld, Besitzer: Eckhard Sauren
Gewann Mitte April in Köln in guten Stil ein Maidenrennen und startete danach im Frankfurter Grupperennen wo Quo Dubai recht unglücklich gesteuert wurde, so dass seine Umgebung diese Niederlage nicht akzeptiert.
Saphir, 3j. H. v. Black Sam Bellamy – Salontasche, 3 Starts, 1 Sieg, 1 Platz, Trainer: Peter Schiergen, Köln, Besitzer: Margot Herbert
Gilt als veritabler Derby-Kandidat in seinem großen Quartier. Musste sich in Frankfurt von Glad Panther geschlagen geben. Wird als potentieller Steher an der Riemer-Kursführung Gefallen finden und sollte nach dem letzten Eindruck im diesjährigen Bavarian Classic eine scharfe Klinge schlagen.
Schachspieler, 3j. H. v. Samum – English Rose, 3 Starts, Trainer: Wolfgang Figge, München-Riem, Besitzer: Stall Salzburg
Sollte nach den letzten Eindrücken in dieser Gesellschaft klar überfordert sein. Der olympischen Gedanke dürfte Schachspielers Mannschaft im Vordergrund stehen.
Tipp: Saphir – Peligroso – Glad Panther
© Text: Harald Schneider, München
© Foto: turfcast.net, München





