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Elle Shadow ist für die Diana gerüstet

Mai 3, 2010 by Ekbert 

20090501muc_deu_0349Mülheim – Das 58. Berberis-Rennen, gelaufen als 14. Großer Preis der Sparkasse auf der Mülheimer Galopprennbahn am Raffelberg, war eine klare Angelegenheit der favorisierten Stute Elle Shadow mit Spitzenjockey Andrasch Starke (36/Köln) im Sattel. Vor rund 8.800 Zuschauern bestätigte die vornehm gezogene Dreijährige aus dem Gestüt Wittekindshof des Unternehmers und ehemaligen Dortmunder Rennvereinspräsidenten Hans-Hugo Miebach (76) die gute Meinung, die Stalljockey Starke schon vor dem Rennen von ihr hatte. Miebach: „Elle Shadow ist unser Pferd für den Preis der Diana.“

Das ist eines der wertvollsten deutschen Stutenrennen, für das sich die Wittekindshofer und Trainer Peter Schiergen (45/Köln) nach der überzeugenden Vorstellung von Elle Shadow am Raffelberg sicherlich einiges ausrechnen dürfen. Am 1. August wird der 152. Preis der Diana, das Deutsche Stuten-Derby, auf der Galopprennbahn in Düsseldorf entschieden.

„Es lief alles nach Wunsch. Ich hatte mit Val de Rama ein Führpferd und konnte lange warten. 500 Meter vor dem Ziel habe ich Elle Shadow herausgenommen. Die Stute streckte sich willig und enteilte der Konkurrenz, ohne dass ich ihr allzu viel abverlangen musste“, meinte ein zufriedener Jockey Starke, der mit dem Sieg im 58. Berberis-Rennen bereits seinen dritten Tagestreffer unter Dach und Fach brachte. Später legte der mehrmalige Champion sogar noch einen vierten Sieg nach und war mit Abstand der erfolgreichste Jockey der Veranstaltung.

Gestütsleiter Karl Jörg (59) vom Gestüt Wittekindshof war ebenfalls zufrieden. „In der Arbeit hatte unsere Stute schon gefallen können. Wenn der Jockey zu uns kommt und sagt: ‚Das ist mein Pferd für den Preis der Diana’, dann hält auch er einiges von ihr.“

Bei der Siegerehrung strahlte Besitzer Hans-Hugo Miebach, der auch recht zuversichtlich – übrigens erstmals seit Jahren – zum Raffelberg angereist war, während sich draußen die Sonne verzogen hatte und dunkle Regenwolken über der Rennbahn zu sehen waren. Für das Gestüt Wittekindshof freilich schien an diesem Sparkassen-Renntag, bei dem auch wieder viel Prominenz gesehen wurde, nach dieser Klasse-Vorstellung von Elle Shadow die Sonne.

Das kleine Sechser-Feld war mit Val de Rama, im Besitz von Helga Endres (Duisburg) und von Uwe Ostmann (69) trainiert, auf die Reise gegangen. Jockey Pascal Jonathan Werning (27/Dortmund) legte eine flotte Fahrt hin. Im Nacken von Val de Rama war von Beginn an die Favoritin Elle Shadow mit Andrasch Starke zu sehen.

So blieb es bis zum Erreichen der Zielgeraden. Starke griff mit Elle Shadow, deren Mutter Elle Danzig in ihrer Karriere über 900.000 Euro gewonnen hatte, an und zog davon. Val de Rama kämpfte gut, kam aber für den zweiten Platz noch in Gefahr, weil von weit hinten Western Mystic, trainiert von Waldemar Hickst (46/Köln), mit Jockey Alexander Pietsch (37/Köln) mächtig auf Touren kam und schließlich besser ging. Val de Rama musste sich sogar noch strecken, um den Angriff von Nianga mit Jiri Palik (37/Pulheim) mit einem Hals noch abwehren zu können und das dritte Geld zu sichern.

Singuna begann ganz hinten, konnte sich mit Wladimir Panov (29/Langenhagen) nur noch auf Rang fünf verbessern. Selena aus dem Stall des Mülheimer Trainers Werner Baltromei (47) endete mit dem belgischen Baltromei-Jockey Koen Clijmans (22) als Letzte dieser sechs dreijährigen Stuten. Baltromei: „Die Stute ist noch nicht so lange bei mir. Es fehlte ihr anscheinend noch an Kondition.“

Den Städte-Trainerwettkampf entschieden diesmal die Kölner klar zu ihrem Vorteil. Für Siegerin Elle Shadow und für die zweitplatzierte Western Mystic waren mit Peter Schiergen und Waldemar Hickst zwei Kölner Vertreter verantwortlich. Ihre Mülheimer „Konkurrenten“ Uwe Ostmann (Rang drei für Val de Rama) und Werner Baltromei (Rang sechs mit Selena) landeten damit auf dem inoffiziellen zweiten Trainer-Platz.

Mit Markus Münch (37/Mannheim) war auch ein ehemaliger Fußball-Profi auf die Bahn am Raffelberg gereist. Münch, der früher für Vereine wie den 1. FC Köln, Bayer 04 Leverkusen, Borussia Mönchengladbach, Bayern München und Panathinaikos Athen gespielt hatte, gehört seit dem letzten Jahr der Gilde der Galoppertrainer an. „Wir haben eine Anlage mit derzeit zwölf Pferden in Mannheim. Es macht viel Spaß“, sagte Münch.

Nach Mülheim war er vor allem als Besitzer (Stallname „mm racing“) gereist. Der sechsjährige Wallach Dosimo ging in einem Rennen über 1.600 Meter an den Start, wurde ordentlicher Vierter.

Der Wettumsatz betrug nach acht Rennen 133.009 Euro, womit fast das Ergebnis des Vorjahres (135.313 Euro bei acht Rennen) erreicht wurde.

Mit einer guten Meldung schickte der Rennverein die Zuschauer nach Hause. Ab dem nächsten Renntag (Samstag, 5. Juni) beträgt der Eintritt für Einzelpersonen nur noch vier statt sieben Euro. Der Preis für eine Familienkarte bleibt mit sieben Euro gleich.

© Text: MSPW, Mülheim
© Foto: turfstock.com, München

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