Duell der Stuten in Köln
Mai 31, 2009 by Ekbert
Köln – Der Renntag besitzt fraglos Tradition und ist aus dem Saisonprogramm im Weidenpescher Park kaum mehr wegzudenken. Seit langem findet er regelmäßig am zweiten Pfingstfeiertag statt und ist durchaus vergleichbar mit dem klassischen Renntag am Ostermontag, der seit Jahrzehnten zu den meistbesuchten Kölner Galoppterminen zählt und stets Publikum in hellen Scharen aus Stadt und Umgebung anzieht.
Der Pfingstmontag gehört also zu den absoluten Fixpunkten im Saisonkalender des Kölner Renn-Vereins. Gleichzeitig besinnt sich ein Globalplayer wie TNT an diesem Tag immer wieder auf Neue der eigentlichen Wurzeln seiner heutzutage äußerst vielfältigen Geschäftsfelder. Denn schließlich begann sein Business und das aller anderen modernen Logistiker mit der Zuhilfenahme des Pferdes, mit reitenden Boten und den ersten Postkutschen. Erst die allgemeine Motorisierung drängte das Pferd zunehmend auf allen Landwegen immer mehr an den Rand und später völlig heraus aus dem Geschäft.
Im TNT-Stuten-Cup  ist so gesehen auch so etwas wie eine kleine Reminiszenz an diese lange zurückliegenden Zeiten. Als Listenrennen steht die Prüfung für vierjährige und ältere Stuten im Mittelpunkt der diesjährigen Pfingstkarte mit insgesamt 9 Rennen. Streng nach letzten Formen kann es nur zu einem Zweikampf zwischen Peace Royale (Jockey: Andreas Göritz) und Etoile Nocturne (Yann Lerner) kommen. Erstgenannte hat sich vor kurzem in Hannover endlich wieder in Siegform präsentiert, nachdem sie im Februar dieses Jahres zweimal in Dubai am Start gewesen war, wo es allerdings nur zu vierten Plätzen gereicht hatte. Etoile Nocturne verpasste zwar jüngst in Baden-Baden im renommierten Benazet-Rennen ihren ersten diesjährigen Erfolg. Nichtsdestotrotz bot sie aber einen Auftritt, der aller Ehren wert war. Denn sie verlor nur um Haaresbreite, und ihre Niederlage stand erst nach längerer Auswertung des Zielfotos endgültig fest.
Wer bei einer solchen Ausgangslage nun am Pfingstmontag nach 1400 Meter vorne sein wird, ist zwar die zentrale, aber auch eine äußerst schwierige und kaum einwandfrei zu beantwortende Frage. Tagesform und Rennverlauf sollten da die letztendlich alleinentscheidenden Faktoren werden. Für die Plätze dahinter wären vorrangig Atalia (Andreas Helfenbein) und Zaya (Jozef Bojko) zu nennen, während Topkapi Diamond (Henk Grewe), Bella Platina (Marvin Suerland) und Picobella (René Piechulek) im Prinzip allesamt Kandidatinnen sind, die nur positiv überraschen können.
Im weiteren Programm, das übrigens mit dem H.H. Sheikh Hamdan Al Maktoum Triple Competition II-Rennen, einer Prüfung für arabische Vollblüter, seinen Anfang nimmt, sind insbesondere das 9:00 Express-Rennen und 12:00 Express-Rennen herauszustellen, da hier zahlreiche dreijährige Hoffnungsträger namhafter Ställe mit von der Partie sind. Der voraussichtlich heißeste Favorit des Tages befindet sich indessen nicht darunter. Der wird vielmehr im 10:00 Express-Rennen gesattelt und heißt Il Divo.
Vor fast auf den Tag genau zwölf Monaten meldete der Hengst im Bavarian Classic im München mit einem zweiten Platz hinter Walzertraum sogar eine reelle Anwartschaft für das Deutsche Derby 2008 an. Mehr als ein 10. Platz sprang später in Hamburg-Horn allerdings nicht heraus. Auch anschließend agierte Il Divo recht glücklos und musste obendrein sogar noch pausieren.
Das spezielle Kölner Rennen am Pfingstmontag dürfte ihn aber schnell wieder auf die Erfolgsspur zurückbringen und gleichzeitig aufbauen für ungleich größere Herausforderungen in den kommenden Wochen und Monaten. Alles andere wäre nämlich eine faustdicke Überraschung.
© Text: Heinz-Josef Kammerinke, Köln
© Foto: turfcast.net, München





