Das größte Hindernisrennen der Welt erhöht erneut das Preisgeld
Januar 8, 2009 by Dorothee
turfcast.net - Am Samstag, den 4. April 2009 um 16:15 Uhr ist es wieder soweit. Das John Smith`s Grand National in Aintree geht auf die Reise. 7200 m beträgt die Distanz, 30 gigantische Sprünge sind von Pferd und Reiter zu nehmen, nichts für schwache Nerven.Â
Die Rennbahn in Aintree hat am 05. Januar die Erhöhung des Preisgeldes auf £ 900.000 bekannt gegeben, wieder £ 100.000 mehr als noch im Jahr 2008. Dank der großzügigen Sponsorentätigkeit von John Smith sei dies möglich geworden berichtet Julian Thick, Managing Director der Rennbahn Aintree, stolz.
Seit 2005 sponsert John Smith dieses Rennen und der Wert dieses Rennens hat sich in dieser Zeit von £ 600.000 auf £ 900.000 erhöht.
Das Grand National ist eines der unglaublichsten Pferderennen der Welt. Aber nicht nur wegen seiner anspruchsvollen Kursführung und der extrem langen Distanz. Seit dem ersten Grand National, das 1839 als The Grand Liverpool Stepplechase gelaufen wurde, gab es viele aussergewöhnliche Ereignisse um dieses Rennen.
- 1956 liefen im Grand National zwei Pferde für The Queen Mum. Der zehnjährige M´as Tu Vu und der ebenfalls zehnjährigen Devon Loch, beide Pferde wurden von Peter Cazalet trainiert. Devon Loch, der von Dick Francis geritten wurde, war die große Hoffnung des königlichen Duos, ging allerdings nur als 153 für 10 Aussenseiter ins Rennen. Für seinen Stallgefährte M´as Tu Vu, unter Arthur Freeman, notierte der Wettmarkt sogar 400 für 10. Devon Loch sprang den Kurs fehlerfrei und in schönem Stil. Nach dem letzten Sprung glaubten die Zuschauer mit Devon Loch und Dick Francis den ersten Sieger dieses Rennens für Queen Mum zu sehen. Die Stimmung war auf dem Höhepunkt als das Unglaubliche passierte. Devon Loch setze ca. 50 Meter vor dem Zielpfosten zu einem Sprung über ein nicht vorhandenes, unsichtbares Hindernis an. Er sprang und landete auf seinen Bauch. Dick Francis musste erstaunt mit ansehen wie ESB mit Dave Dick an ihm vorbeizog. Es wurde nie geklärt warum Devon Loch aus heiterem Himmel noch einmal sprang. Die Theorien reichen von “Phantom Wassergraben”, Sauerstoffmangel, bis hin zu einer Herzattacke. Dick Francis ritt danach nie mehr im Grand National. Nach seinem Karriereende als Jockey brachte es Dick Francis als Krimiautor erneut zu Ruhm und Ehre. Auch Devon Loch bestritt dieses Rennen nicht mehr, blieb aber unvergessen.
- Donald “Ginger” McCain trainierte vier Grand National Sieger und hält damit einen einsamen Rekord in diesem Rennen. Red Rum war in diesem Rennen von 1973 bis 1997 fünfmal am Start. Drei Mal gewann Red Rum für Ginger McCain das Rennen und zweimal belegte er den zweiten Platz. Red Rum ging 1978 in den Ruhestand. 1995 wurde Red Rum auf dem Geläuf in Aintree auf Höhe des Zielpfostens begraben. 27 Jahre später, 2004, sattelte McCain mit Amerleigh House seinen vierten Sieger in diesem Rennen.
- 1981 war das Grand National der Emotionen. Jockey Bob Champion ging nach einer besiegten Krebskrankheit mit dem elfjährigen Aldaniti für Trainer Josh Gifford an den Start. Das besondere daran, Aldaniti war nach mehreren Beinverletzungen eigentlich zum Rennsportinvaliden erklärt worden. Champion und Aldaniti gewannen das National zur Quote 10 zu 1. Die Geschichte von Bob Champion und Aldaniti wurde 1984 von John Irvin unter dem Titel “Champions – Sein größter Sieg” verfilmt. Bob Champion gründete nach seinem Abschied aus dem Rennsattel die The Bob Champion Cancer Trust in London.
- 1990 gewann der Amateurjockey Marcus Armytage mit Mr. Frisk für Trainer Kim Bailey das Gand National. Armytage und Mr. Frisk halten noch heute den Bahnrekord in diesem 7200 m langen Rennen mit 8:47,80 Minuten.
© Text: turfcast.net, München
© Foto: Aintree Racecourse, England





