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Antrag auf Abwahl des Präsidiums mit überwältigender Mehrheit abgelehnt

Dezember 13, 2007 by Ekbert 

Logo MülheimMülheim – Der Mülheimer Galopprennverein Raffelberg hat sein erfolgreichstes Geschäftsjahr seit über zehn Jahren hinter sich. Das wurde bei der Mitgliederversammlung am Dienstagabend in der Wetthalle des ersten Tribünengebäudes auf der Rennbahn bekannt gegeben. In den letzten Jahren hatte der Rennverein fast immer mit Verlusten abgeschlossen, nur 1999 hatte es eine ausgeglichene Bilanz gegeben. Im Jahr 2007 nun steht am Ende des Geschäftsjahres ein positives Ergebnis von rund 35.000 Euro Gewinn. Im Gegensatz zum Vorjahr (rund 60.000 Euro Verlust) gab es einen Verbesserung des Ergebnisses um rund 95.000 Euro. “Das ist ein Ergebnis, das uns stolz macht. Danke an alle Beteiligten”, sagte Susanne Schmitz-Abshagen, im Präsidium zuständig für die Finanzen.

Das positive Ergebnis wurde erreicht, obwohl es mehr Renntage gab (zehn statt acht) und die Rennpreise sogar erhöht wurden. “Die Einsparungen gingen also nicht zu Lasten des Sports”, so Schmitz-Abshagen weiter. Dennoch sind dem Verein auf Grund von Altlasten noch die Hände gebunden. “Investitionen sind nur in geringem Maße möglich. Mehr als die Bahn im Frühjahr optisch etwas herzurichten, war in diesem Jahr nicht drin”, erklärte die Finanz-Chefin. Immer noch muss der Raffelberger Rennverein jährlich rund 120.000 Euro aufbringen, um die Zinsen und Tilgungen für bestehende Darlehen zu begleichen. In den letzten zehn bis 15 Jahren hatte sich ein Schuldenberg von rund 1,7 Millionen Euro angehäuft. Daher richtete Susanne Schmitz-Abshagen auch am Ende ihres Vortrages einen Appell an die Mitglieder-Versammlung. “Wir müssen auch im nächsten Jahr sparen und sind daher auf ihre ehrenamtliche Mitarbeit angewiesen.”

Rennvereins-Präsident Hans-Martin Schlebusch hatte schon bei seiner Begrüßung auf die erfolgreiche Arbeit des Präsidiums im abgelaufenen Jahr hingewiesen. “Wir waren mit vier Leitsätzen in dieses Jahr gegangen. Sparen im Verwaltunsgbereich, gleichzeitig ehrenamtliches Engagement fördern, Marketing mit alten und neuen Sponsoren durchführen, Synergien mit dem Golfclub nutzen und ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen. All das ist uns gelungen”, sagte Schlebusch.

Der Antrag von Rennvereins-Mitglied und Geschäftsstellen-Mitarbeiter Hans-Georg Tölke, das Präsidium abzuwählen, wurde mit überwältigender Mehrheit abgelehnt. Von den 97 gültigen Stimmen (58 anwesende Mitglieder und 39 Vollmachten) gab es nur vier Stimmen für den Antrag sowie vier Enthaltungen. Grund für den Antrag waren angeblich offene Mietzahlungen, die das Präsidium nach Ansicht von Tölke auf Grund einer Klausel vom Golfclub auf der Rennbahn noch hätte fordern können. Präsidiums-Mitglied Joachim Orilski klärte den Sachverhalt auf: “Die entsprechende Klausel hatte zum fraglichen Zeitpunkt schon keine Gültigkeit mehr und hätte außerdem nicht gegriffen, weil nicht alle Faktoren erfüllt waren.” Nach dem neuen Vertrag bekomme der Rennverein jährlich rund 10.000 Euro mehr in die Kassen. Hinzu kommen die Einsparungen bei der Bahn-Bewässerung, die demnächst aus einem Regen-Rückhaltebecken erfolgen soll und dem Rennverein rund 15.000 bis 20.000 Euro einspart. Derzeit ruht die Baustelle an diesem Projekt allerdings, da noch eine Genehmigung der Unteren Landschaftsschutzbehörde fehlt. Das Gelände der Rennbahn liegt bekanntlich in einem Landschaftsschutzgebiet.

Ein wichtiges Thema war auch die Konzeption der Renntage des nächsten Jahres. Die NEWCO, ein neu gegründetes Unternehmen der Betriebs-Gesellschaft Galopp (BGG), soll die Rennen im nächsten Jahr zentral und deutschlandweit vermarkten und auch in den meisten Fällen das finanzielle Risiko tragen. Daher hat der Rennverein vorsorglich alle Verträge mit aktuellen Dienstleistern gekündigt. Die Verhandlungen über den Vertrag mit der NEWCO, der das finanzielle Risiko des Vereins in der nächsten Saison minimiert, laufen derzeit auf Hochtouren und sollen bis Ende Januar zum Abschluss gebracht sein. Zuvor soll den Mitgliedern aber in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung die Gelegenheit gegeben werden, sich über die Vertragsinhalte zu informieren und auch darüber abzustimmen. Im Zuge dieser Verhandlungen hat auch Rennbahn-Sponsor “pferdewetten.de” den bis Ende 2008 laufenden Vertrag gekündigt, was aber rechtlich nicht möglich ist. “Verträge dieser Art haben auch in Zusammenarbeit mit der NEWCO weiter Bestand”, erläuterte Joachim Orilski. Noch in diesem Jahr soll es ein klärendes Gespräch mit dem Sponsor geben.

Durch das Engagement der SRS-Enterprise, der Firma des ehrenamtlichen Rennvereins-Geschäftsführers Ralf Schmitz, wird derzeit der große Hof auf der Bahn renoviert. “Wir sind auf die Besitzer und Trainer angewiesen, um weiter existieren zu können”, hatte Präsident Hans-Martin Schlebusch schon in seiner Bilanz erklärt. Durch die Renovierung ist nun gewährleistet, dass Trainer Werner Baltromei seinen Betrieb auf der Rennbahn am Raffelberg weiterführt. Die Stallungen werden fünf Jahre an die SRS-Enterprise verpachtet, der Rennverein bekommt aber dennoch Einnahmen.

© MSPW, Mülheim

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