Top

Luxis Reisen – Fish and Chips 2010

November 26, 2010 by  

Fish and Chips © turfstock.com/BaloghMichael Luxenburger – Man hat Championtrainer Paul Nicholls schon mal zufriedener gesehen hier in Newbury. Denn am Freitag, dem zweiten Tag des Hennessy-Meetings, ging für den erfolgsverwöhnten Nicholls so gut wie alles daneben. Ein gutes Ding nach dem anderen ging unter. An einem frischen Frühwintertag mit schöner Sonne brachten die Pferde aus dem Championstall ihren Anhängern kein Gluck. Vor überschaubarer Kulisse ging es im einleitenden Juvenile Hurdle Race ja eigentlich nur darum, welchen Abstand Dolatulo (A.P. McCoy/Paul Nicholls) zwischen sich und den bedauernswerten Rest legen würde. Auf 1/4 runtergewettet, begann der französische gezogene Dreijahrige nach einem schnell begonnenen Rennen allerdings schon eingangs der Zielgeraden, auf der Stelle zu treten. Der Schimmel Smad Place (Wayne Hutchinson/Alan King, 8/1) zog nach einem Schwächemoment locker vorbei und gewann völlig überlegen. Der Dritte On Khee (Tom Scudamore/Hughey Morrison) war ebenfalls weit dahinter, der Rest läuft eventuell jetzt noch. Ein schwaches Rennen, das zwei Erkenntnisse brachte: Der Sieger ist sicher ein brauchbares Pferd, und auch McCoy schätzt manchmal das Tempo eines Rennens nicht richtig ein.

In der Novices Handicap Steeple Chase über zwei Meilen und zweieinhalb Furlongs ließ mich meinen Mumm des Tages nicht im Stich und bescherte mir eine hübsche Rendite aus einer EachWay-Wette. Ein eher mysteriös aussehendes Rennen, das für mich nur einen logischen Sieger hatte: den seit über zwei Jahren sieglosen Lordsbridge (Nick Scholfield/Andrew Turnell, 25/1). Der lief auch ein grandioses Rennen und wurde nur um knappe zwei Längen nach großem Kampf vom Rennbahngesang Little George (Wayne Hutchinson/Alan King) geschlagen, der von 10/1 auf 7/1 heruntergewettet wurden war und wie ein D-Zug anrauschte. Mit Mam Ratagan (Peter Toole/Mrs. H. Main, 33/1) landete ein ganz Krummer auf Rang drei. Für den King-Stall läuft es super, nachdem die vergangene Saison ein Desaster gewesen war. Mit Barafundle (Alan O’Keeffe/Jennie Candlish, 4/1) holte sich der Favorit das Handicap Hurdle über drei Meilen, der zuletzt nur an einem Pferd aus dem Pipe-Stall gescheitert war, das etwa 20 Pfund in der Hand hatte. Miss Overdrive (Nick Scholfield/Andrew Turnell, 16/1) kämpfte groß, was mit Platz zwei vor dem gut aufkommenden Mostly Bob (Richard Johnson/Philip Hobbs) belohnt wurde.

Dann folgte Teil zwei der Nicholls-Pleiten. In der Berkshire Novices Chase, ein Grade 2-Rennen über zwei Meilen vier Furlongs, schien nach dem frühen Ausscheiden des von Nicky Henderson gesattelten Favoriten Spirit River alles klar für Celestial Halo (Noel Fehily/Paul Nicholls, 11/4) zu sein. Doch entweder die Distanz war auf dem etwas ziehenden Boden zu lang für ihn, oder (wahrscheinlicher): Der Galileo-Sohn, noch nie der größte Kämpfer, hat jetzt endgültig genug. Er stapfte sichtbar missmutig die Gerade herunter. Hinter dem super springenden Cois Farraigh (Dominic Elsworth/Paul Webber, 10/1) reichte es in dem kleinen Feld nur zu Rang drei, da On Borrowed Wings (Timmy Murphy/A. Fleming, 22/1) tatsächlich die Flügel auspackte und fast noch den Sieger erreichte. Damit dürften die Arkle-Pläne für den ziemlich irdischen Celestial erst mal gestrichen sein. Natürlich flogen wir hier aus dem Placepot. Das Kompensations-Guinness schmeckte aber wie immer sehr fein. In diesem Zusammenhang sei endlich erwähnt, dass die Fish&Chips wieder different class waren. Die besten auf Englands Rennbahnen (hab ich das schon mal erwähnt?), absolute Gruppen-Ware.

Nur widerwillig nahm ich in der Jim Noel Memorial Trophy, einer Handicap Chase für die Zweimeiler, den Favoriten Rivaliste (Noel Fehily) auf den Schein der Zweierwette. Schließlich kommt er aus dem N-Stall. Und absolut erwartet war für Rivaliste schon am vierten Sprung Schluss. Ruby Walsh-Ersatz Nohel Fehily, für den es in den vergangen Wochen so glänzend gelaufen war, musste schwer zu Boden und seinen Ritt im abschließenden Hürdenrennen für die Novices abgeben. Nutznießer des Pechs von Nicholls war in diesem Fall Nicky Henderson, dessen Aigle D’ Or (11/2) von McCoy einen astreinen Ritt bekam und leicht gewann, nachdem er durchwegs gut gesprungen war – genau das war früher seine Schwäche gewesen. Nach diesem Eindruck sollte der Siebenjährige in den McManus-Farben noch einiges nachholen können. Da meine Wette Somewhatinevitable (Will Kennedy/Paul Webber, 16/1) im letzten Rennen des Tages, dem Maiden Hurdle über zwei Meilen, seinem Namen alle Ehre machte und am ersten Hindernis einen scheinbar unvermeidlichen Fehler machte, was dem Wallach seines Reiters beraubte, konnte dem großen Rest des Rennens entspannt zugesehen werden. Kid Cassidy (A.P. McCoy/Nicky Henderson) sorgte für die selbe Besetzung auf dem Siegerpodest wie im Rennen davor, denn auch dieses Pferd gehört dem irischen Multimillionär (gibt’s so was noch??) McManus. Der Beneficial-Sohn könnte ein Pferd mit Zukunft sein.

Die großen Offenbarungen brachte dieser Tag aber nicht, die wichtigste Nachricht kam um 14 Uhr: Das in Newcastle abgesagte Fighting Fifth-Hurdle wird am Samstag in Newbury ausgetragen und bildet ein weiteres Juwel in einer großartigen Tageskarte. Der beste Renntag in der Geschichte von Newbury Racecourse wird das, freute sich Kollege Ian Bartlett, der die sechs Rennen wie immer souverän und spannend kommentierte. Klar. Das FF, das Long Walk Hurdle, der Hennessy Goldcup, das Gerry Fielden Hurdle – selten kommt es besser. Binocular, Big Bucks, Denman am Start, die großartigen Fish&Chips, ein Hennessy, das so gut besetzt ist wie schon lange nicht mehr: großes Theater. Tipps? Es braucht Gold Cup Form, um ein Hennessy zu gewinnen. Denman hat sie gezeigt – und Carruthers auch. Der trägt in Newbury aber 24 Pfund weniger als “The Tank”, in Cheltenham hatten sie ja identisches Gewicht. Wenn sein Jockey endlich mal alles richtig macht und Carruthers keine Fehler macht . Die 25/1, die es sicher auch morgen noch gibt, würden sich schon lohnen.

© Foto: turfstock.com, München

turfstock-banner-590px

Comments

One Response to “Luxis Reisen – Fish and Chips 2010”

Trackbacks

Was denken die Anderen...
  1. […] This post was mentioned on Twitter by fernreisen, Ekbert Wunderlich. Ekbert Wunderlich said: Viele Überraschungen in Newbury http://fb.me/vcKEHcwg […]



Diskutieren Sie mit.

Ihre Meinung ist gefragt ...
wenn Sie wollen mit Avatar!


Die Leserkommentare an dieser Stelle geben nicht die Meinung der Redaktion wieder, sondern die unserer Leser. Die Redaktion behaelt sich vor, beleidigende, verleumderische, diskriminierende oder unwahre Passagen zu entfernen, Eintraege zu kuerzen und gegebenenfalls nicht zu veroeffentlichen.

Bottom