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Lilli allein unterwegs

Juli 26, 2010 by  

Portrait Lady Jane Digby. © turfstock.comturfcast.net – Der Kaffee floss in Strömen durch die Kehlen der zahlreichen Besucherinnen und Besucher an diesem Dallmayr Renntag, der bei besten äußeren Bedingungen zelebriert werden konnte. Die Münchner Rennbahn hatte sich fein gemacht und nicht nur mit Pferdesport vom Feinsten vor allem Familien angelockt. Hüpfburg, Kasperltheater, Ponyreiten, Kinderschminken und vieles mehr war geboten. Im Sekretariat fanden sich in regelmäßigen Abständen Lillis, Sabrinas und andere Kinder ein, die im Eifer des Gefechts nicht mehr darauf geachtet hatten welchen Weg ihre Eltern eingeschlagen hatten und sich in der Menge verloren. Vor allem Lilli wird in Zukunft ihren Eltern wohl nicht mehr von der Seite weichen, denn ihre Mutter legte ihr die durchlittenen Sorgen recht deutlich dar.

Ein Erdinger VW Polo fand sich im Angesicht des Abschleppwagens, nachdem sich über eine Stunde niemand bereit erklärt hatte ihn aus der Einfahrt zu fahren. Ob der Besitzer ihm den Autohof letztendlich ersparen konnte ist leider nicht bekannt. Bekannt hingegen ist der Umsatz des Saisonhighlights und dabei wären die Veranstalter wahrscheinlich froh, wenn man den mal eben in der Menge verlieren oder sich ein Abschleppwagen bereit erklären würde ihn mitzunehmen. 350.524,85 Euro stehen am Ende auf dem Rennergebnisblatt, ein Ergebnis, das sicherlich auch eine Standpauke von Lillis Mutter gebrauchen könnte.

Aber, und das muss man wirklich positiv konstatieren, der Event war gelungen und geschätzte 20.000 Besucher hatten einen aufregenden Nachmittag. Dass sie dabei nur Kleinbeträge in die Wettkassen einbezahlten kann man ihnen nicht zum Vorwurf machen. Sie waren da und kommen hoffentlich auch mal wieder und legen dann ihre Wetten etwas mutiger an. Sportlich war auch einiges geboten, die angereiste Jockey- und Pferdeelite dürfte beim eingeweihten Publikum keine Wünsche mehr offen gelassen haben.

Ein kleiner Wermutstropfen ist vielleicht der Umstand, dass die Stute Lady Jane Digby innerhalb einer Woche das zweite deutsche Gruppe-I-Rennen ins Ausland entführt hat. Eine Tatsache, die ihren Reiter Greg Fairley, ihre Besitzerin Kirsten Rausing und Mark Johnston ihren Trainer sicherlich alles andere als betrübt. Eine Länge trennte Night Magic, die Riemer Vertreterin aus dem Stall von Wolfgang Figge, von der Engländerin. Ihr Rennverlauf war vielleicht nicht ganz glücklich, da sie zu lang keine Lücke fand um ihrer Bezwingerin schon früher auf den Zahn zu fühlen. Ob es am Ende gereicht hätte bleibt Spekulation. Keine Spekulation ist, dass sie ihre Klasse wieder einmal vollauf bestätigt hat und den favorisierten Godolphin Vertreter mit 1 ½ Längen in seine Schranken verwies. Alexandros hatte am 4. Juni in Epsom noch einen hervorragenden 2. Platz hinter Bushman belegt, nur ein Hals trennte die beiden. Und Epsom ist eine Bahn, die es durchaus in sich hat und einem eine gute Platzierung sicher nicht in den Schoß fällt. Das vierte Geld holte sich Liang Kay, der damit seine Vorjahresform in dieser Prüfung (ein letzter Platz) korrigierte.

Ein Tripple schaffte heute Daniele Porcu, der zweimal für Werner Glanz (Lukian und Signora) und einmal für Jutta Mayer (Nagileo) punkten konnte. Auch Werner Glanz hat als erfolgreichster Trainer des Tages das Tripple voll gemacht und hatte den vierten Sieg schon fast in der Tasche, wäre da nicht die von der Rennleitung konstatierte Behinderung seines Schützlings Dr Doctor gewesen. Nach Protest der Rennleitung wurde Dr Doctor samt Eddie Pedroza auf den zweiten Platz gesetzt – zugunsten von Tuxedomoon, Kenneth Paul Pattinson und Jutta Mayer.

Die Siegerin mit dem schönsten Namen ritt Terence Hellier. Er gewann für Mario Hofer mit der Stute Three French Hens das Dallmayr Coupe Lukull Listenrennen für die Stuten.

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© Text: turfcast.net, München
© Foto: turfstock.com, München

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3 Responses to “Lilli allein unterwegs”
  1. Der Renntag in Riem war wirklich sehr schön. Der Rennverein bzw. die Veranstalter haben sich wirklich Mühe gegeben. Ein großes Dank muss man der Familie Wille sagen. In Grupperennen sollte/könnte man schon die Nationalhymne spielen. Das ist doch auch eine schöne Sache für die Besitzer. Ich behaupte mal, wenn das Totopersonal mehr auf Zack gewesen bzw. mehr Kassen geöffnet wären und/oder Wettschalter für Neulinge bzw. mit höheren Einsätzen geben würde, dann wäre mehr durch die Totokassen geflossen. Nachdem ich selbst 3 ! mal meine Wettscheine (wegen überlanger Schlangen) nicht abgegeben konnte, hatte ich die Lust verloren. Meine Kombis wären bestimmt keine Kleinbeträge an der Wettkasse gewesen. Aber so konnte ich mir – bei gutem Renntagswetter – schöne Rennen und urige/tolle Leute ansehen.

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  1. […] This post was mentioned on Twitter by Ekbert Wunderlich, Ekbert Wunderlich. Ekbert Wunderlich said: New blog post: Lilli allein unterwegs http://www.turfcast.net/index.php/news/lilli-allein-unterwegs/ […]

  2. […] Jane Digby, die erst im letzten Monat für erneute Schlagzeilen sorgte, als sie in München mit dem Großen Dallmayr-Preis das TOP-Rennen der Saison gewann – immerhin ein Rennen der Europa-Gruppe I. Damit hat die Stute […]



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