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Luxis Analyse – World Cup Day 2009

März 26, 2009 by Ekbert 

trackwork-monday-24-2009_24quijano.jpgturfcast.net – Das Motto für alle, die am Samstag auf die Rennen am World Cup Day in Dubai wetten wollen, sollte sein: Finger weg von Pferden aus dem Godolphin-Imperium! Seit einigen Jahren gewinnen die Galopper der Boys In Blue auf der Bahn in Nad Al Sheba immer nur bis zum großen Finale. Dann ist’s vorbei. In den Siegerlisten der Gruppe-Rennen am Schlusstag sieht es, mit Ausnahme der fünf Sieger zwischen 1999 (Almutawakel) und 2006 (Electrocutionist) im World Cup selbst, ziemlich düster für Godolphin aus. Nur Sulamani (2003, Sheema Classic) ist da noch zu finden. 20 Maktoum-Starter gab es seit 1999 in den Rennen außerhalb des World Cups, und sie schafften es nicht, das Golden Shaheen oder das Duty Free zu gewinnen. 14 Godolphin-Pferde liefen alleine in den vergangenen zwei Jahren erfolglos am großen Tag. Eine ernüchternde Bilanz.

Allerdings: Racing-Manager Simon Crisford scheint die Lehren aus diesen Pleiten gezogen zu haben – zumindest zum Teil. In den Jahren zuvor hatte man alle Pferde im Verlauf des Racing Carnivals überstrapaziert, diesmal wurden Cracks wie Diabolical, Gayego und Two Step Salsa geschont. Diese drei sollten in bester Form für ihre Rennen sein. Die anderen blauen Starter am Samstag, Desert Party, Alexandros, My Indy und Kirklees allerdings bekamen in den vergangenen Wochen nichts geschenkt, und vor allem die Ritte des am Schlusstag chronisch erfolglosen Frankie Dettori sind wettechnisch mit Vorsicht zu genießen.

Also, wem soll man dann sein Vertrauen schenken? Am Besten scheint es, das zeigen die Ergebnisse der vergangenen Jahre, der Südafrikanische Spitzentrainer Mike De Kock zu verstehen, seine Pferde auf den großen Tag vorzubereiten. Zumal der Stall nach ein paar ruhigen Wochen genau zum richtigen Zeitpunkt in Form gekommen ist. Die eigenwillige und eisenharte Stute Front House ist das absolute Formpferd im Sheema Classic (2400 Meter, Turf) und hat mit Startnummer 1 eine gute Ausgangsposition. Ihr Reiter Kevin Shea ist optimistisch: „Wenn ein anderer die Pace machen will, dann hänge ich mich dahinter, wie letztes Jahr mit Sun Classique. Andernfalls reite ich eben von vorne, und da wird keiner an mir vorbeikommen.“ Glücklich ist er auch über die äußere Box für Archipenko im Duty Free: „Die werden ein Wahnsinnstempo gehen. Und dann komme ich an mit dem besten Pferd. Glauben Sie mir, er ist das beste Pferd im Rennen.“ Die üblichen Verdächtigen sind mit Ausnahme des Vorjahreszweiten Viva Pataca im Sheema Classic wieder dabei. Sie stehen nach Rechnung etwa so wie im Vorjahr und sind auf den Plätzen zwei bis fünf zu erwarten. Der Favorit des Rennens, der Vorjahresfünfte Youmzain, hat laut Trainer Mick Channon diesmal eine bessere Vorbereitung gehabt. Beim 2. Platz zu Zarkava in Longchamp im Vorjahr hat er mit 128 ein Rating gezeigt, das ihn hier sechs Pfund über die Konkurrenz stellt. Der Vorjahresdritte Doctor Dino (hat beim Sieg in Sha Tin über Purple Moon 120 gezeigt) startet erneut aus Box 13. Da er ein Pferd ist, das raue Rennen liebt, sollte er daran sicher nicht scheitern.

Vielleicht schlägt heuer die große Stunde des Vorjahresvierten Quijano (Foto). Im Vorbereitungsrennen in Nad Al Sheba (das hat er nach Aussage von Trainer Peter Schiergen dringend gebraucht) war er nur eine halbe Länge von Front House geschlagen (RPR 111) und gab ihr dabei acht Pfund, was ihm ein Rating von 117 einbrachte. Allerdings muss auch diesmal alles unterwegs klappen, da der Fährhofer aus Box 10 ins Rennen geht. Andrasch Starke hat in diesem Rennen gezeigt, dass er unterdessen Nad Al Sheba reiten kann. Auch wenn Front House etwa acht Pfund unter der Siegerin von 2008, Sun Classique, stehen sollte, muss Quijano, über die de Kock-Stute gerechnet (die hat immerhin die südafrikanischen Oaks gewonnen), eine Riesenchance haben. Er scheint zudem noch besser drauf zu sein als im Vorjahr. Einen merkwürdigen Ritt bekam in dieser Prüfung der Favorit Purple Moon aus dem Stall von Luca Cumani von Jamie Spencer serviert. Als Closer wurde er sehr prominent, immer an vierter/fünfter Stelle geritten, und hatte dann nichts mehr zu verkaufen – oder er sollte es auch nicht. Nach Rechnung steht er kaum unter den anderen, denn sowohl beim zweiten Platz im Melbourne Cup 2007 als auch im Jahr darauf in Sha Tin hat er eine Timeform von 120 gezeigt. Wir werden am Samstag (alle Rennen live auf Equi8) eine ganz andere Taktik sehen, und dann wäre dieses mit ungeheurem Stehvermögen ausgestattete Pferd meine Idee vom Sieger, falls nicht doch Quijano allen die Eisen zeigt.

King Of Rome hat sich seit dem Wechsel von Aidan O’Brien zu Mike de Kock gewaltig gesteigert, aber ich glaube, dass ihm ein paar Pfund zur Spitze fehlen. Wenn er in Scheuklappen läuft (er trägt den Kopf immer sehr hoch), sollte aber Steigerung drin sein, und es fehlen ihm nur etwa vier Pfund zum Sieganwärter. Weichen Boden mag er nicht. Die Godolphin-Hoffnung Kirklees hatte, wie eingangs erwähnt, schon ein zu hartes Programm in Dubai und wohl besitzt auch nicht genug Klasse. Die Gäste aus den USA besitzen, das zeigen die Ergebnisse der vergangenen Jahre, auf Turf über 2400 Meter so gut wie keine Chance gegen den Rest. Das gilt auch für Marsh Side (Edgar Prado), der zudem immer nur schwer auf die Beine kommt und im Schlussbogen wohl kaum eine Position haben wird, aus der er seine Klasse ausspielen kann. Als Sieger im Woodbine International (117 RPR) hat er sie aber ohne Zweifel.

Der World Cup (2000 Meter, Dirt) hat auch heuer eine eher enttäuschende Besetzung bekommen. Im Vorjahr war das bis auf die ersten Drei gerade mal ein Ausgleich I, so schlimm ist das diesmal allerdings nicht. Der Zweite hinter Curlin von 2008, Asiatic Boy, ist dabei alleine schon wegen des deutlich besseren Platzes in der Startmaschine (4) dem Favoriten Albertus Maximus (10) vorzuziehen. Mike de Kock war sehr zufrieden mit seiner Vorbereitung, die er mit einem leichten Sieg in Runde drei der Maktoum Challenge beendet hat. Er besitzt auch mehr tactical speed als Albertus Maximus, und das ist auf dieser Bahn mit dem starken Kickback und dem engen Schlussbogen extrem wichtig. Die Gerade ist zwar lang, aber es ist schwierig, da noch Boden gut zu machen. Außerdem ist das Stehvermögen von Albertus Maximus zumindest zweifelhaft. Sein Trainer Kieran McLaughlin hofft allerdings, dass sein Schützling vom Vorjahresdritten, dem Frontrenner Well Armed, der innen neben ihm aus der Maschine kommt, mitgezogen wird und früh eine Position unter den ersten vier bekommt. Ob ihm das allerdings zum Sieg verhilft, darf bezweifelt werden. In den letzten drei Rennen hat Albertus Maximus von der Racing Post lediglich ein Rating von 121 bekommen.

Der Japaner Casino Drive hat vergangene Woche Unterstüzung auf dem Wettmarkt erhalten, doch sein letzter Platz aus dem Breeders Cup Classic 2008 mahnt zur Vorsicht. My Indy profitierte beim Erfolg in Runde zwei der Maktoum Challenge von einem idealen Rennverlauf und wird Probleme bekommen, die Distanz im World Cup zu stehen. Ein bißchen Kleingeld könnte man auf Muhannak setzten, den Sieger im letztjährigen Steherrennen. Allerdings hatte das höchstens eine Gruppe 2-Besetzung, und Box 1 ist fast so schlecht wie die 16, die er im Steherrennen 2008 hatte. Ryan Moore ist aber ein interessantes Jockey Booking.

© Text: Michael Luxenburger, München
© Foto: Dubai Racing Club/Andrew Watkins

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