Top

Keine leichte Aufgabe für deutsche Stuten

Juli 29, 2010 by  

Team Godolphin © turfstock.com/BaloghDüsseldorf – Am Montag wurde aus England die dreijährige Stute Hibaayeb für den Henkel-Preis der Diana nachgemeldet. 40.000 Euro hat sich das Scheich Mohammed Al Maktoum, Kopf des rennsportlichen Unternehmens Godolphin, kosten lassen. Geritten wird sie vom Italiener Frankie Dettori, einem Superstar unter den Jockeys.

Es ist die Politik des „Hauses“ Maktoum, für Rennen mit langfristigem Meldeschluss (für den Henkel-Preis der Diana war dieser im Juni 2009), erst kurzfristig für eine erhöhte Gebühr mutmaßlich chancenreiche Pferde zu melden. Die Besitzer der Stuten, die rechtzeitig gemeldet wurden, müssen „nur“ 6.000 Euro zahlen, um an dem mit 400.000 Euro dotierten Rennen teilzunehmen. Die Taktik des Scheichs hat Methode und zeigt Erfolg. Vor knapp drei Wochen meldete er den Hengst Buzzword im Deutschen Derby nach, der dann gewann.

Hibaayeb, die von Saeed Bin Suroor im englischen Newmarket trainiert wird, gehört in Europa zu den herausragenden Vertreterinnen ihrer Altersklasse. Letztes Jahr siegte sie in der Meon Valley Stud Fillies Mile (Gr. I) in Ascot und gewann dort im Juni 2010 in den Ribblesdale Stakes (Gr. II). Der Ausflug zu den Irish Oaks (Gr. I), dem dortigen Preis der Diana, war jedoch nicht von Erfolg gekrönt. Am 18. Juli 2010 wurde sie dort in einem Feld von 15 Pferden nur Letzte. Das schwere Geläuf war überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Aus diesem Grund zieht ihre Umgebung eine trockene Bahn vor.

Godolphin-Stalljockey Frankie Dettori wird in den Sattel der Maktoum-Stute steigen. Der 40 Jahre alte gebürtige Italiener gehört zu den Superstars der internationalen Szene. Düsseldorf war für ihn immer ein gutes Pflaster. Er hat hier bereits 1997 mit Luso und 2002 mit Marienbard den Deutschlandpreis gewonnen.

Keine einfach zu schlagende Gegnerin also für die deutschen Stuten. Trainer Peter Schiergen aus Köln hält gleich mit einem wahren Großaufgebot dagegen. Sechs Stuten wird er an den Start bringen, an der Spitze Gestüt Wittekindshofs Elle Shadow, die mit einem aktuellen zweiten Platz aus dem Hamburger Stutenpreis an den Start kommt. Stalljockey Andrasch Starke hat sich für sie entschieden.

Schiergens zweiter Mann, Filip Minarik, steuert Saldennähe, des Weiteren sind noch Amoya (Andreas Helfenbein), Lagalp (Andreas Göritz) und Nianga (Jiri Palik) am Start, für Nicea wurde der englische Gastjockey Martin Dwyer verpflichtet. Er kennt die Grafenberger Bahn bestens, hat dort vor zwei Jahren die German 1000 Guineas mit Briseida gewonnen. „Alle haben gut gearbeitet, wir sind guten Mutes“, erklärt Schiergen, der zur Wochenmitte mit seiner Familie noch in Bad Harzburg weilte, wo mehrere seiner Pferde an den Start gingen.

Ein starkes Aufgebot bringt auch Championtrainer Andreas Wöhler (Gütersloh) an den Start. Stalljockey Eduardo Pedroza hat seine Wahl erst in letzter Minute getroffen. Er reitet Gestüt Wittekindshofs Tech Exceed, eine weitgereiste Stute, die zuletzt in Mailand und Bratislava erfolgreich war. Sie hat auf schneller und tiefer Bahn gewonnen, scheint vom Boden unabhängig zu sein und könnte den Favoritinnen durchaus gefährlich werden. Jozef Bojko, von einem schweren Sturz (Gehirnerschütterung) letzten Samstag in Bad Harzburg schnell genesen, wird Warsaw Ballet steuern, während für Gestüt Ravensbergs Waldjagd mit Alexander Pietsch ein externer Jockey engagiert wurde.

Drei Pferde bietet auch Torsten Mundry aus Warendorf auf. Amare (Eugen Frank) hat in Düsseldorf am 4. Juli eine erfolgreiche Generalprobe absolviert, als sie mit Warsaw Ballet, Nicea, Saldennähe, Amoya, Mountain Rose und Lagalp gleich sechs Konkurrentinnen hinter sich ließ, auf die sie jetzt erneut treffen wird. Isantha (Yann Lerner) war immerhin Dritte im italienischen Preis der Diana, enttäuschte zuletzt aber in Hamburg in einer kleineren Prüfung. Bleibt noch Enora (Terence Hellier), eine chancenreiche Außenseiterin aus dem Gestüt Röttgen.

Komplettiert wird das Feld von Glady Romana (Dominique Boeuf) aus dem Stall von Werner Baltromei aus Mülheim/Ruhr und der einzigen Lokalmatadorin im Rennen: Semina wird von Sascha Smrczek für den Stall Schloss Benrath gesattelt. Der Grafenberger Trainer hat immerhin den Vorjahrssieger als Reiter verpflichtet: Karoly Kerekes hat vor einem Jahr den Henkel-Preis der Diana mit Night Magic gewonnen. Semina lief zuletzt als Dritte im Auktionsrennen in Hamburg ausgezeichnet, muss sich aber sicher ein gutes Stück steigern.

© Text: Marco Lippert
© Foto: turfstock.com, München

turfstock-banner-590px

Comments

One Response to “Keine leichte Aufgabe für deutsche Stuten”

Trackbacks

Was denken die Anderen...
  1. […] This post was mentioned on Twitter by turfcast, turfcast. turfcast said: New blog post: Keine leichte Aufgabe für deutsche Stuten http://www.turfcast.net/index.php/news/keine-leichte-aufgabe-fur-deutsche-stuten/ […]



Diskutieren Sie mit.

Ihre Meinung ist gefragt ...
wenn Sie wollen mit Avatar!


Die Leserkommentare an dieser Stelle geben nicht die Meinung der Redaktion wieder, sondern die unserer Leser. Die Redaktion behaelt sich vor, beleidigende, verleumderische, diskriminierende oder unwahre Passagen zu entfernen, Eintraege zu kuerzen und gegebenenfalls nicht zu veroeffentlichen.

Bottom