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Drei Amateure hoffen auf den BKS Amateur-Pokal

August 5, 2010 by  

Symbolbild Pferdebeine am Start. © turfstock.com/BaloghKöln – So genau weiß es keiner, ob es das schon einmal gegeben hat. Zwar gehören Abendrenntage im Weidenpescher Park durchaus mit zum Veranstaltungsrepertoire, vor allem natürlich im Sommer. Wenn, dann finden sie meist aber mitten in der Woche statt. An einem Samstagabend hat es sie – zumindest in Köln – jedoch noch nie gegeben. Jedenfalls ist keinem bekannt davon. Auch den Leuten nicht, die seit Jahrzehnten zu den Stammbesuchern der Kölner Rennen zählen. Kurzum: Der Rennabend am 7. August hat schon Züge eines kleinen Experiments. Mithin darf man darauf gespannt sein, wie dieser außergewöhnliche Termin von den Besuchern angenommen wird.

Den Anfang macht dabei ein Rennen für Zweijährige. Bei den gerade erwähnten alten Stammbesuchern wird der Titel der Prüfung „Versuchsrennen der Zweijährigen“ (17.00 Uhr) sicherlich viele Erinnerungen wecken. Versuchsrennen der Hengste bzw. der Stuten hießen in Köln vor Jahrzehnten stets die ersten Tests für debütierende Zweijährige. Zahlreiche legendäre Vollblüter starteten hier im Übrigen ihre Karrieren, unter anderem auch der große Schlenderhaner Hengst Priamos, der allerdings mit einer Niederlage. Er verlor gegen einen Altersgefährten namens Presto, was im Nachhinein betrachtet alles andere als eine Schande war.

Doch Heinz Jentzsch, die unvergessene Trainerkoryphäe, gestand später einmal, dass dies für ihn die bitterste Niederlage in seiner gesamten Laufbahn gewesen sei. Bei weit über 4.000 Siegen, die sich in den vielen Trainer-Jahrzehnten am Ende angesammelt hatten, will das schon etwas heißen. Aber Priamos hat ihn später vielfach entschädigt, vor allem mit seinem Sieg im Prix Jacques le Marois in Deauville, einem der bedeutendsten Meilenrennen Europas.

Wenn man so will, knüpft ein halbes Dutzend des Jahrgangs 2008 am Samstag gewissermaßen an diese alte Traditionslinie an. Gleichwohl auch ein wenig Etikettenschwindel mit im Spiel ist, da in Köln die Zweijährigen vor kurzem schon ihren ersten Auftritt im renommierten Oppenheim-Rennen absolviert haben, wobei der Gewinner Acadius übrigens einen erstklassigen Eindruck hinterließ. Gut denkbar jedoch, dass im jetzigen Feld ein ähnliches Talent steckt. Vor allem die Hengste Excel und Patanos oder die Lokalmatadoren Mackensaw und Stark Danon könnten durchaus vergleichbare Kaliber darstellen, während bei den Stuten Dubai Special und Lotosfreude die Erwartungen vermutlich aber kaum so hoch gehängt werden können.

Apropos Erwartungen. Drei Amateure dürften sich am 7. August noch Hoffnungen machen auf den Sieg im diesjährigen BKS Amateur-Pokal, dessen Finale im BKS-Preis (18.00 Uhr) ansteht. Hervorragende Ausgangspositionen besitzen vor allem Olga Laznovska und Marian F. Weißmeier mit jeweils 45 Punkten. Doch mit 30 Zählern auf dem Konto ist auch der junge Dennis Schiergen keineswegs schon völlig aus der Partie. Der Sohn des Kölner Trainers Peter Schiergen hatte ja vor nicht allzu langer Zeit auf der Weidenpescher Heimatbahn seinen ersten Sieg geschafft. Die Phonstärke der anschließenden Ovationen des Publikums besaß dabei fast Preis-von-Europa-Qualität. Nicht auszudenken, was passiert, wenn er hier zu guter Letzt noch als lachender Dritter aus dem Kreis der 12 Reiter aufs Siegerpodest käme.

Mit vier Startern mehr ist das Feld im Preis des Rennstalles Suerland (19.30 Uhr) noch um ein paar Köpfe größer und überhaupt das numerisch stärkste der gesamten Karte mit insgesamt acht Rennen. Der Rennstall wurde kürzlich mit sehr viel Eigeninitiative des Pächters Frank Scheidt gründlich renoviert und neu auf Vordermann gebracht. Er verfügt über eine Kapazität von 17 Boxen. Aus Freude über das gelungene Werk hat der neue Hausherr es sich nicht nehmen lassen, das Ereignis in Form einer Rennpatenschaft in diesen besonderen Abendrenntag mit einfließen zu lassen. Aufgrund des großen Feldes wird hier auch die Wettchance des Tages entschieden, die angesichts der Uhrzeit im Prinzip aber fast als Wettchance des Abends firmieren müsste. Egal und wie auch immer: 10.000 Euro Auszahlung sind in der Viererwette einmal mehr garantiert.

Ob mitten in der Woche oder samstags: Kölner Abendrenntage zeichnen sich nicht zuletzt auch immer durch ihre spezielle Atmosphäre aus. Sich mal zwischendurch im Biergarten niederzulassen ist selbstverständlich an diesen Tagen etwas unkomplizierter als an Renntagen mit Massenbesuch. Überhaupt ist alles etwas ruhiger und gemütlicher. Eigentlich nahezu ideal zum Wochenausklang und zur Einstimmung auf den Sonntag.

© Text: Heinz-Josef Kammerinke, Köln
© Foto: turfstock.com, München

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