McCoy erfüllt sich seinen grossen Traum
April 11, 2010 by Ekbert
turfcast.net – Für viele ist er der beste Hindernisjockey aller Zeiten, Anthony Peter McCoy (Foto), kurz nur A.P. genannt. Gestern wurde für den Reiter, der schon über 3000 Hindernisrennen gewonnen hat, ein Traum Wirklichkeit. Er gewann im 15. Versuch das Grand National in Aintree mit dem Galopper Don´t Push it für Trainer Jonjo O’Neill und Besitzer John Patrick McManus (kurz J.P.).
Es war ein emotionaler Moment als A.P. jubelnd mit Don´t Push it nach 30 schweren Sprüngen und 7200 Metern den erlösenden Zielpfosten erreichte. „Ich bin der größte Träumer auf der Welt und die letzten fünf oder sechs Jahre träumte ich jeden Tag davon das Grand National zu gewinnen. Die letzten Jahre verblasste mein Traum und so entschied ich mich dieses Jahr das Rennen zu geniessen“, erzählt A.P. den Journalisten und dabei vergoss er Tränen der Freude. McCoy gewann 14 Mal den Titel des erfolgreichsten Hindernisjockeys in England, er ist mit über 3000 Siegen der erfolgreichste Hindernisjockey aller Zeiten, 2003 wurde ihm der Titel Member of The Order of the British Empire (MBE) von der Queen verliehen und seit gestern ist McCoy auch Sieger im Grand National.
Für Trainer Jonjo O’Neill war es ebenfalls der erste Sieg in dem mit GPB 925.000 dotierten Hindernismarathon. O’Neill war früher selbst ein erfolgreicher Hindernisjockey und startet sieben Mal im National, konnte jedoch niemals den Kurs beenden. „Ich finde kein Worte. Es ist fantastisch und ich dachte das National werde ich niemals gewinnen. Um so mehr freut es mich, dass es jetzt passiert ist. Ich freue mich so für A.P. und J.P und mein Team. Es ist brillant“, beschreibt ein aufgewühlter O’Neill den Moment des Triumphs. „In meiner Trainerkarriere war ich ein paar Mal nahe dran am Grand National, aber ich dachte es ist mein Schicksal das National niemals zu gewinnen“, so O’Neill weiter.
A.P. ließ sich von Beginn des Rennens an mit dem 10-jährigen Old Vic-Sohn viel Zeit. Er war lange im hinteren Drittel des Feldes auszumachen, manövrierte Don´t Push it vorsichtig durch das Feld um in der entschiedenen Phase in Position zu gehen.
Der lange führende Black Apalachi, geritten von Denis O´Regan, wehrte sich tapfer gegen den Angriff von McCoy und Don’t Push it. Am Ende hatten die beiden aber mehr Reserven als Black Apalachi. Es war ein 5-Pferdelängen-Sieg für den Galopper aus dem Rennstall von J.P. McManus. Für ihn war es nach vielen Versuchen in den letzten Jahren ebenfalls der erste Sieg im Grand National. McManus, dessen geschätztes Vermögen über GBP 435 Mio. beträgt, platzierte bereits als neunjähriger seine erste Pferdewette. Sein Vermögen stammt aber nicht nur aus Pferdewetten. Er übernahm bereits als 20-jähriger das Baumaschinengeschäft seines Vaters, später wurde er Buchmacher und letztendlich wechselte er die Seiten um als professioneller Wetter Karriere zu machen. „Es ist toll ein Pferd im National laufen zu haben und es ist noch besser wenn es gewinnt. Ich nehme an, dass in England jedes Kind das Grand National kennt, das für den Rennsport so viel bedeutet . Meine Mutter, mein Vater wir alle in der Familie lieben das National.“ beschreibt McManus seinen Moment des Erfolgs.
Aufregung gab es vor dem Grand National, als Ruby Walsh, der Jockey des Favoriten Big Fella Thanks im dritten Rennen des Tages zu Boden musste und sich einen Arm brach. Trainer Paul Nicholls musste schnell einen neuen Jockey für Big Fella Thanks engagieren. Er verpflichtete kurzerhand Barry Geraghty, der eigentlich für Tricky Trickster gebucht war. Richard Johnson kam damit ebenfalls zu einem Einsatz im Grand National – er übernahm den Ritt auf Tricky Trickster. Big Fella Thanks und Barry Geraghty erreichten schließlich den vierten Platz.
Don´t Push it (Jockey: A.P. McCoy/Trainer: Jonjo O’Neill) gewann in der Zeit von 9:04,50 Minuten vor Black Apalachi (Denis O´Regan/Dessie Hughes), State of Play (Paul Moloney/Evan Williams) und Big Fella Thanks (Barry Geraghty/Paul Nicholls).
Von den insgesamt 40 Pferde die angetreten waren, erreichten 14 das Ziel.
© Text & Foto: turfcast.net, München






Comments
One Response to “McCoy erfüllt sich seinen grossen Traum”Trackbacks
Was denken die Anderen...McCoy erfüllt sich seinen grossen Traum…
Alle guten Dinge brauchen 15 Versuche. A.P.McCoy erfüllt sich mit dem Sieg auf Don´t Push it im Grand National seinen grossen Traum. Noch nie hat man den besten Hindernisjockey so emotional gesehen….