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Kameljockey Ahmad Ajtebi der Held von Dubai

März 29, 2009 by Ekbert 

2009-dubai-duty-free-sponsored-by-dubai-duty-free__AMW8346.jpgturfcast.net – Sieben Rennen wurden am 28. März in Nad al Sheba ausgetragen. Ein Araberrennen, zwei Gruppe 2 und vier Gruppe 1 Rennen. Insgesamt suchten Preisgelder im Wert von über 21 Millionen US-Dollar neue Besitzer. An diesem letzten Renntag in Nad al Sheba, die Rennen im nächsten Jahr werden auf der dann neu errichteten Bahn in Meydan ausgetragen, war auch die letzte Gelegenheit für die „Boys in Blue“, die Godolphin- Flotte, ihr Siegerpech am World Cup Day zu beenden. Die eigentlichen Helden des Tages sollten aber zwei Protagonisten sein, die keiner auf der Rechnung hatte: „Trainerrookie“ Mubarak bin Shafya und der ehemalige Kameljockey Ahmad Ajtebi (Foto).

Doch alles der Reihe nach. Gleich im ersten Rennen, der Godolphin Mile, Gruppe 2 über 1600 Meter, gab es einen Doppelerfolg für die „Blaue Flotte“. Two Steps Salsa (2/1, Trainer Saeed Bin Suroor) gewann unter dem Stalljockey Frankie Dettori leicht vor dem Stallgefährten Gayego (3/1, Saeed Bin Suroor) unter Ted Durcan. Vom Start an waren Lanfranco Dettori und Two Steps Salsa in Front und konnten dort alle Angriffe leicht abwehren. In der Zielgeraden konnte Dettori auf dem Petionville Sohn sogar noch einen Gang höher schalten und sich von den Gegnern endgültig verabschieden. Ted Durcan startete mit Gayego an der Aussenseite einen Angriff, der Sieger stand zu diesem Zeitpunkt allerdings schon fest. Gayego und sicherte sich mit dieser Speedeinlage den zweiten Platz vor Don Renato (33/1, Jerry Barton) unter seinem Reiter Wigberto Ramos.

Im nächste Rennen, dem UAE Derby, Gruppe 2 über 1800 Meter, waren die „Boys in Blue“ im Zielspiegel erneut auf den Plätzen eins und zwei zu sehen. Doch diesmal saß Frankie Dettori auf dem falschen Godolphingalopper. Andy Garcia schnappte sich mit dem Aussenseiter Regal Ransom (16/1, Saeed Bin Suroor) vor Dersert Party das Gruppe 2 Rennen nach einem klugen Ritt. Er sicherte sich die Lage innen an den Rails und kontrollierte gemeinsam mit So Shiny (25/1, Jerry Barton) unter Fernando Jara das Tempo. In der Zielgeraden entledigte sich sich dann Garcia seines Begleiters mit einem kurzen Sprint um dann an der 400 Meter-Marke seinen finalen Schlusssprint zu starten. Dettori marschierte derweil an der Aussenseite mit Desert Party auf. Was er aber auch unternahm, Garcia hatte sich genug Gas bis zum Zielspiegel aufgehoben um den Dettori-Schlussspurt abzuwehren. Trainer Saeed Bin Suroor erzählte nach dem Rennen, dass er immer Mumm auf Regal Ransom hatte und er wusste, dass dieser überraschen kann. Den dritten Platz im UAE Derby belegte Soy Libriano (16/1, Mubarak bin Shafya) unter Ahmad Ajtebi.

Das Dubai Golden Shaheen, Gruppe 1 Rennen über 1200 Meter, wurde eine Beute der Amerikaner. Der vierjährige Big City Man (11/2, Jerry Barton), der bei sechs Starts fünf gewann, meldete sich mit Jose Verenzuela wieder auf die Siegerstrasse zurück. Auch in diesem Rennen war das richtige Rezept gleich nach dem Start sich vorne eine gute Position zu sichern. Verenzuela war mit Big City Man immer in der vorderen Linie zu finden. Der Angriff kam auch hier wieder von der Aussenseite. Diesmal versuchte dort Edgar Prado auf dem Favoriten Indian Blessing (11/8, Bob Baffert) sein Glück. Er rollte mit mächtig viel Schwung an der Aussenseite an und die Fans von Big City Man schienen mit dem Schlimmsten rechnen zu müssen. Doch Verenzuela ritt sehr selbstbewusst auf einem sehr starken Big City Man und wehrte sämtliche Prado Attacken souverän ab. Auf dem dritten Platz landete, der in toller Form reitende Frankie Dettori mit Diabolical (6/1, Saeed Bin Suroor). Die Enttäuschung in diesem Sprintrennen war das Laufen des Franzosen Marchand D’Or (11/2, Freddy Head) mit Davy Bonilla. Marchand D’Or war nach dem Start geschlagen und kam überhaupt nicht ins Rennen. Bonilla hatte nach dem Rennen keine Erklärung für das ausdruckslose Laufen seines Partners.

2009-dubai-duty-free-sponsored-by-dubai-duty-free__AMW4978.jpgIm zweiten Gruppe 1 Rennen des Tages, dem Dubai Duty Free über 1800 Meter, gab es dann die erste dicke Überraschung des Tages. Zwei Männer schrieben hier Geschichte. Trainer Mubarak bin Shafya und der 21-jährige Jockey Ahmad Ajtebi (Foto). Eine Geschichte wie sie nur im Rennsport vorkommt. Ein ehemaliger Kameljockey gewinnt mit einem italienischen Hengst, der auf den Namen Gladiatorus getauft wurde, für seinen Trainer Mubarak bin Shafya, im ersten Jahr seiner Trainerkarriere, ein mit 5 Millionen Dollar dotiertes Gruppe -Rennen. Und das Start – Ziel.

Ahmad Ajtebi ließ sich mit Gladiatorus (12/1) auf nichts ein und beorderte seinen Hengst sofort an die Spritze des 16-er Feldes. Immer mehr Abstand legte Ajtebi zwischen sich und die Verfolger, die den Ausreissversuch wohl nicht besonders ernst nahmen. Teilweise bis zu 10 Längen tanzten die beiden vor dem Feld. Beim Einbiegen in die Zielgerade vergrößerten Ahmad Ajtebi und Gladiatorus den Abstand frech auf ca. 15 Pferdelängen. Die einzige Verfolgerin, die diesen Ausreissversuch ernst zu nehmen schien, war die 5 – jährige Stute Vodka (6/1, Katsuhiko Sumii) mit Yutaka Take. Die beiden hatten auch schon einen Abstand von ca. 3 Längen zu dem restlichen Feld, das von dem Favoriten Archipenko (7/2, Mike de Kock) und Kevin Shea angeführt wurde. Vorne aber war der Zug längst abgefahren und der Nachwuchsreiter Ahmad Ajtebi steuerte seinem bislang größten Karrieretreffer entgegen. Vodka und Take konnten den zweite Platz nicht halten und landeten am Ende auf dem 7. Platz. Previs (10/1) aus dem Stall von Luca Cumani schnappte sich mit Ryan Lee Moore noch den zweiten Platz. Das dritte Platzgeld ging an das Team von Alexandros (40/1, Michael Kinane), aus dem Stall von Saeed Bin Suroor. Die ehemalige deutsche Stute Lady Marian konnte mit Frankie Dettori ihre Bestform nicht abrufen und spielte im Rennen keine Rolle. Dettori erklärte das schlechte Laufen von Lady Marian mit dem ungünstigen Rennverlauf und den weiten Wegen im Rennen.

Wenn im Dubai Duty Free noch zuviel Tempo im Rennen war, dann glänzte das vorletzte Rennen der Karte, das Dubai Sheema Classic, Gruppe 1 über 2400 Meter, durch zu wenig Tempo. Die deutschen Hoffnungen ruhten auf dem Parade-Galopper Quijano (9/1, Andrasch Starke) aus dem Stall von Peter Schiergen. Ein guter zweiter Platz im Dubai City of Gold, Gruppe 2 Rennen am 5. März gegen Front House, rechtfertigte die positive Euphorie. Doch Quijano und Andrasch Starke hatten alles andere als einen glatten Rennverlauf. Kurz nach dem Start wurden die beiden von John Egan auf Kings Gambit (33/1, Herman Brown) in die Mangel genommen. Ausgerechnet von dem Silvano Sohn Kings Gambit, das birgt eine gewisse Ironie. 400 Meter nach dem Start wurde dann von Kevin Shea auf Front House (8/1, Mike de Kock) das Tempo gedrosselt. Starke musste Quijano im Rennen mehrmals aufnehmen um sich nicht gänzlich fest zureiten. Vorne verschleppte Shea mit Front House weiterhin das Tempo, daneben lag Spanish Moon (14/1, Sir Michael Stoute) mit Ryan Lee Moore in Lauerstellung.

Wenig Veränderung gab es unterwegs, das Feld lag dicht beieinander und schien sich auf den Sprint in der 600 Meter langen Zielgeraden vorzubereiten. Gleich nach Erreichen der Zielgeraden griff Ryan Moore mit Spanish Moon Kevin Shea auf Front House an. Die beiden hatten zu diesem Zeitpunkt nichts mehr zu verkaufen und waren schnell auf dem Rückzug. Auch Jamie Spencer auf Purple Moon (14/1, Luca Cumani) wagte jetzt seinen Angriff auf Moore und Spanish Moon. Während sich die beiden „Moons“ schon einen heissen Kampf lieferten, betraten zwei weitere Protagonisten die Bildfläche. Ahmad Ajtebi auf Eastern Anthem (14/1, Mubarak bin Shafya) drehten nach einem ungestörten Rennen in den hinteren Feldregionen an den Außenrails nun richtig auf. Während sich Moore und Spencer ihr Duell lieferten, konnte Ajtebi an der Aussenseite Eastern Anthem immer mehr motivieren. Das Unmögliche wurde möglich, Eastern Anthem hatte im Zielspiegel die Nase in Front. Damit war der zweite Gruppe 1 Treffer für die Aufsteiger Mubarak bin Shafya und Ahmad Ajtebi in Nad al Sheba perfekt. Der Favorit Youmzain ( 7/2, Mick Channon) mit Richard Hills kam mit zwei Längen Abstand zu den ersten Dreien als viertes Pferd über die Linie.

WellArmed.jpgDas letzte Gruppe 1 Rennen der Karte, der Dubai World Cup über 2000 Meter, wurde eine Solovorstellung von Well Armed (Foto, 10/1, Eoin Harty) unter Aaron Gryder. Einen 14 – Längen Sieg in einem Gruppe 1 Rennen, in dem die besten Sandbahnpferde der Welt laufen, sieht man nicht jeden Tag. Die bewährte Taktik war diesmal erneut Start – Ziel. Aaron Gryder erwischte mit Well Armed einen guten Start und sicherte sich die Position an den Rails. Dahinter lagen My Indy (10/1, Saeed Bin Suroor) und Frankie Dettori in Position und aussen der stark pullende Albertus Maximus (7/2, Kiaran McLaughlin) mit Alan Garcia. Jorge Leme auf Gloria De Campeao (25/1, Pascal Bary) lag innen an den Rails in Lauerstellung. Der Favorit Asiatic Boy (2/1, Mike de Kock) mit John Murtagh im Sattel lag an achter Stelle. Bis zur 600 – Meter-Marke waren kaum nennenswerte Positionskämpfe zu erkennen. Fast ehrfürchtig liessen sich die Jockeys von Aaron Gryder den Weg zeigen. In der Zielgeraden gingen Well Armed und Gryder sehr entspannt vom Feld weg und brachten immer mehr Pferdelängen zwischen sich und die Verfolger. Einer der ersten Angreifer war das Godolphin-Paar My Indy und Frankie Dettori, an den Innenrails blies der Aussenseiter Gloria De Campeao mit Jorge Leme zur Attacke. Albertus Maximus war hier schon kein Gegner mehr und kämpfte nur noch für ein besseres Platzgeld. Von dem Favoritenduo Asiatic Boy/Murtagh war noch immer nichts zu sehen. Vorne gab es nun eine Sondereinlage von dem Amerikaner Well Armed. Der Vorsprung wurde immer größer und sein Jockey Aaron Gryder brauchte kurz nach Erreichen der 200 – Meter- Marke Well Armed nur noch nach Hause zu streicheln. Am Ende gewann Well Armed mit 14 Pferdelängen vor Gloria de Campeano und Paris Perfect (66/1, Neil Bruss) mit Bernard Fayd’Herbe im Sattel. Der mit einer tollen Speedeinlage noch seinen Stallgefährten Muller (50/1, Neil Bruss) unter Weichong Marwing abfing.

Video-Dubai-2009.jpgDie Stars des Abend waren aber Ahmad Ajtebi ein junger Nachwuchsreiter, der sein Handwerk in Kamelrennen gelernt hat, und der Newcomer in der Trainerszene Mubarak bin Shafya. Der Trainer sattelte vier Starter an diesem Rennntag, davon gewannen zwei, Gladiatorus und Eastern Anthem, je ein Gruppe 1 Rennen. Soy Libriano kam im UEA Derby Gruppe 2 auf den dritten Platz ins Ziel und nur Happy Boy landete im Dubai World Cup mit einem neunten Platz ausserhalb der Geldränge. Man darf gespannt sein wie diese Erfolgsgeschichte weitergeht. Fest steht, dass die Sheiks nun auch einen Jockey haben, der gegen die internationale Jockeyelite zu bestehen weiß.

© Text: turfcast.net, München
© Foto: Dubai Racing Club/Andrew Watkins

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